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Basare in Istanbul

Istanbuls Basare sind berühmt, allen voran der Große Basar oder auch Kapali Çarsi, wie er in Türkisch genannt wird. Basare sind uralte Handelszentren, auf denen die Menschen mit Waren aus aller Welt handelten, die von Karawanen über die Seidenstraße transportiert wurden. Auch der Gewürzbasar, auch Ägyptischer Basar (türkisch Misir Çarsisi) wird gerne besucht. Es gibt jedoch im Basarviertel noch andere, kleinere Basare, die auch entdeckt werden wollen.

Der Große Basar, ein Einkaufsmekka in Istanbul

Wir haben unseren Besuch des Großen Basars gezielt in den frühen Morgen verlegt. Der Basar öffnet täglich um 9.00 Uhr (außer sonntags und feiertags). Am Morgen ist es noch ruhig, fast ein wenig verschlafen. Die Händler öffnen gerade ihre Türen und lassen den Tag gelassen angehen. Ideal, um in Ruhe durch die kleinen Gassen zu schlendern. Die Busse voller Reisegruppen verlegen ihren Besuch meist auf den Nachmittag, nachdem sie den Topkapi Serail, die Hagia Sophia und die Blaue Moschee besichtigt haben, das klassische Altstadtprogramm. Dann kann es im Basar knackig voll werden!

Lampen im Großen Basar in Istanbul

Lampen im Großen Basar in Istanbul

Der Große Basar ist gigantisch. Auf einer Fläche von 20.000 Quadratmetern findest du rund 5.000 Geschäfte sowie 60 Straßen und Gassen. Die einzelnen Straßen sind, wie es in orientalischen Basaren üblich ist, nach einzelnen Handwerkern geordnet. Da reiht sich dann ein Schmuckgeschäft an das andere, die anderen Gassen führen Antiquitäten und Teppiche, Lederwaren und Jeans, Stoffe, Souvenirs oder Haushaltswaren. Im Gedeckten Basar sind aber auch Restaurants, Cafés, Brunnen, kleine Handwerksbetriebe, zwei Moscheen, zwei Hamams. Du findest auch Banken, damit niemanden das Geld zum Shoppen ausgeht – Geldautomaten.  Dies nur als kleiner Hinweis. „Ich habe nicht mehr Geld dabei“, zieht bei den Händlern nicht!

Der Basar ist auch ein architektonisches Schmuckstück. Er ist über 500 Jahre alt, wurde er doch um 1461 unter Sultan Mehmet II. errichtet. Ich orientiere mich immer an den Mustern der Deckenfliesen. Sie sind unterschiedlich, außerdem hilft mir eine Karte des Basars, die ich im Istanbul-Reiseführer des Vis-a-Vis-Verlages entdeckt habe. Keine Angst solltest du dich verlaufen, die Händler sind alle sehr nett und zuvorkommend und werden dir die richtige Richtung zeigen. Eines der vier großen Haupttore findest du immer.

Wenn du den Basar durch das Örücüler Tor verlässt findest du in den abwärts führenden Gassen das Paradies für die Näherinnen unter uns – mit Kurzwaren wie Borten aller Art, Stoffen, Strass und vielem mehr. Am Ende Richtung Goldenes Horn triffst du auf den Gewürzbasar.

Der Gewürzbasar in Istanbul, eine Duftorgie

Ich liebe Märkte. Im Orient werden Obst, Gemüse und Gewürze kunstvoll arrangiert. Der überdachte Gewürzbasar aus dem 17. Jahrhundert ist L-förmig. Der Name Misir Çarsisi bedeutet Ägyptischer Basar, er wurde aus den Zolleinnahmen für Importe aus Ägypten errichtet. Istanbul lag an der alten Handelsroute für Gewürze, die von Asien nach Europa führte. Gewürze waren früher kostbar und entsprechend hochpreisig.

Gewürzbasar Istanbul

Gewürzbasar Istanbul

Im Gewürzbasar findest du die wohlriechenden Düfte des Orients. Die Händler bieten den wertvollen Safran (vorsicht, nicht mit dem billigen Kurkuma verwechseln), Ingwer, Koriander oder Sternanis. Es duftet nach Tees wie z.B. Rosenblütentee. Du bekommst vielversprechende Liebestees angeboten, Nüsse aller Art oder tunesische Datteln. Die Händler lassen dich gerne kosten. Die Türkei ist auch für ihre Süßwaren berühmt. Wenn du ein Leckermäulchen bist wie ich, probiere Lokum oder Baklava.

Der Bücherbasar 

Den Markt (Sahaflar Çarşısı) für Bücher und Papierwaren gab es schon zu byzantinischer Zeit. Früher wurden Bücher in kunstvoller Kalligrafie von Hand geschrieben und mit Miniaturmalerei reich verziert. Diese Kunst ist sehr schön im Buch „Rot ist mein Name“ von Orhan Pamuk beschrieben. Der Markt soll einer der ältesten der Stadt sein. Den Basar für Antiquariat findest du südwestlich des Großen Basar, beim Tor Beyazit Tor.

Der Arasta Basar

Einer meiner Lieblinge ist der kleine Arasta Basar (Sipahi Çarşιsι) hinter der Blauen Moschee. Er ist klein und ruhig und niemand stört dich beim Stöbern. Früher waren hier die Stallungen der osmanischen Herrscher. Er wird daher manchmal auch Kavalleriebasar genannt. Die Geschäfte für Teppiche, Schmuck und Kunsthandwerk reihen sich entlang einer Straße. Er ist nicht so bekannt, daher ist hier nicht so viel Trubel.

Der Basar ist umgeben von kleinen Restaurants. Im Restaurant Mesale haben wir viele Abende zugebracht. Bei gutem Wetter kannst du im Freien sitzen und den Blick auf den Basar und die Blaue Moschee genießen. Besonders schön ist dies in der Abenddämmerung! Die Gerichte sind günstig und schmackhaft. Ich liebe den gegrillten Hähnchenspieß. Du kannst zwei Frauen beim Backen frischen Fladenbrotes zuschauen. Am Abend ist hier mystische Livemusik und gegen 21 Uhr dreht ein Sufitänzer seine Runden. Es handelt sich hierbei um einen religiösen Tanz und nicht um eine Touristenshow. Die Derwische tanzen sich gewöhnlich in Trance, was allerdings bei der Kürze dieses Tanzes nicht vorkommt. Du bekommst jedoch einen ersten Einblick in die Derwischtänze.

Istanbul gözleme 840

Vielleicht willst du eine Shisha testen. Wenn es etwas kühler wird, bringt das Personal wärmende Decken. Stimmungsvoller kann ein Abend in Istanbul kaum sein.

 

 

2 Kommentare

  1. Istanbul muß man gesehen haben – egal wann, egal mit wem, die Eindrücke werden einem ewig erhalten bleiben. Wir wollen auf jeden Fall nochmals hin.
    Danke für die tolle Beschreibung

  2. Reisefieber sagt

    Hallo Ihr Lieben,
    da stimme ich Euch zu! Istanbul ist eine tolle Stadt! Und vielen Dank für das nette Lob.
    LG
    Renate

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