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Das Casa Loma, ein Schloss mitten in Toronto, Kanada

Casa Loma Drehort Toronto

Das Casa Loma in Toronto, das Haus auf dem Hügel, ist einzigartig. Stell dir vor, dein Mann baut dir ein richtiges Schloss mit 98 Zimmern im Mittelalterstil mit modernem Komfort. Schlappe 3,5 Millionen hat es damals gekostet! Wir haben das schicke Anwesen besichtigt. Warum Schlösser bauen für dich keine gute Idee ist, erfährst du in meinem Artikel. 

Wir sind in Toronto. Die Sonne scheint und wir wollen die Stadt besichtigen. Mit dem Hop-On Hop-Off Bus geht das ganz einfach. Die Fahrt geht um 9.00 Uhr mit den roten Bussen vom Yonge-Dundas Square los. Unser heutiges Ziel, die Casa Loma, liegt etwas oberhalb der Stadt.

Casa Loma, das einzige Schloss in einer nordamerikanischen Stadt

Burgen und Schlösser erwartet man eher in unserer Gegend, nicht aber in Nordamerika. Einst war die Casa Loma mit ihren 98 Zimmern sowie dem zwei Hektar großen Garten die größte private Residenz dieser Art. Wenn Geschäftsmänner träumen – der Erbauer, Sir Henry Pellatt hat diesen Traum, ein mittelalterliches Schloss sein eigen zu nennen. Das Casa Loma wurde im Jahre 1914 nach europäischen Vorbildern fertiggestellt.

Von der Haltestelle des Busses steigen wir den Hügel hinauf. Von außen macht das Casa Loma schon einen sehr guten Eindruck. Es ist früh am Morgen, kurz vor 10 Uhr und noch kaum Besucher da. Im Keller erhalten wir einen Audioguide, mit dem wir das Schloss selbst erkunden können.

Das Casa Loma als Filmkulisse

Im Keller des Casa Lomas hängen einige Poster von Filmen, die im Casa Loma gedreht wurden. Du kennst sicher Chicago, X-Men, The Tuxedo – Gefahr im Verzug oder der Babynator mit Win Diesel. Die Kulisse ist sehr malerisch und wird ansonsten gerne für Veranstaltungen genutzt. Während unseres Aufenthalts diente die Casa Loma als romantisches Ambiente für die Hochzeitsfotos eines frisch verheirateten Paares, die mit Fotograf da waren.

Ein Rundgang durch die Räume des Casa Loma

Wir schlendern durch die Räume. Hier ist alles vom Feinsten! Wirkt die Casa in der Eingangshalle noch wie eine Burg mit der dunklen Decke und den Fahnen, wird es in den anderen Räumen doch festlicher.

Eingangshalle des Casa Loma

Die Eingangshalle des Casa Loma

Der Boden der Bibliothek ist aus Eichenpaneel, der Tisch im Erker ist fürstlich gedeckt, als würden wir gleich speisen.

Casa Loma Tisch ist gedeckt

Der Tisch ist gedeckt

Richtig romantisch ist der Wintergarten mit den hübschen Blumen, der bunten Glasdecke und dem Springbrunnen. Der Audioguide zeigt uns alte Schwarz-Weiß-Fotos von festlichen Veranstaltungen im Wintergarten. Die Damen in hübschen Kleidern, die Herren im Frack.

Wintergarten Casa Loma

Der Wintergarten

Der Flur, die Peacock Alley ist einem Flur in Windsor Castle nachempfunden. Für die Herren der Schöpfung gab es einen Raucherraum mit offenem Kamin für Schach- und Kartenspiele sowie einen Billardraum.

Casa Loma Herrenzimmer

Herrenzimmer mit Kamin

Casa Loma blaues Zimmer

Ein Traum in Blau

In das Zimmer der Dame des Hauses, die Lady Pellatt’s Suite, mit ihren hellblauen Wänden könnte ich mich glatt verlieben. Blau ist meine Lieblingsfarbe.

Den Gästen konnte eine asiatisch angehauchte Suite angeboten werden. Sir Henry liebt es dunkler und schläft in Wänden aus Mahagoni und Walnuss.

Gästezimmer im Casa Loma

Gästesuite im asiatischen Stil

Über Holztreppen und einer Wendeltreppe geht es auf den Turm, von dem du eine einmalige Aussicht über die Stadt Toronto hast. Im zweiten Stock ist ein Militärmuseum, das Queen’s Own Rifles Museum, untergebracht.

Das Casa Loma in Toronto hat uns sehr gut gefallen. Sie ist einen Besuch wert!

Nicht verpassen in der Casa Loma!

In den ehemaligen Pferdeställen findest du schöne alte Oldtimer aus der damaligen Zeit. Gruselig ist der 245 Meter lange dunkle Tunnel, der mit Bildern über die Geschichte der Einwanderung, Brände in Toronto und den Zeiten der Depression berichtet. Beim Rundgang durch die Gärten kannst du fantastische Fotos von Toronto schießen.

Casa Loma Blick vom Turm

Blick vom Turm

Wie konnte Henry Pellatt sich das Casa Loma leisten?

Sir Henry Pellatt verdiente sein Geld mit Minen, Aktien sowie Elektrizitätswerken. Er war der Mann, der Toronto Licht und Strom gab. Das Schloss ist für damalige Verhältnisse sehr modern und komfortabel ausgestattet. Es gibt Aufzüge, moderne Badezimmer, Zentralheizung sowie überall Telefon – insgesamt 59 Stück, sogar im Bad! Die tragische Seite der Geschichte – mit dem Schloss übernahm sich Sir Henry. Mit seiner Gattin wohnte er nur rund 10 Jahre in dem Anwesen bevor er pleite ging. Im Jahre 1924 musste das Schloss versteigert werden. Es gehört heute der Stadt Toronto.

Pleiten können vorkommen! Beim Casa Loma kam der Erste Weltkrieg in die Quere. Bevor ich jetzt etwas von amerikanischem Größenwahn höre – unser König Ludwig II. gab sein Vermögen für den Bau eines Schlosses aus. Er wurde von der bayerischen Regierung 1886 entmündigt. Neuschwanstein ist heute der größte Besuchermagnet in Deutschland!

Fazit: Bau dir lieber kein Schloss, es lohnt sich nicht! Steck dein Geld lieber in Erlebnisse und Reisen, die kann dir keiner mehr nehmen!

Beim Besuch der Casa Loma Geld sparen

Mit dem City Pass sparst du 45 %, wenn du zusätzlich die folgenden Sehenswürdigkeiten besichtigen willst

  • CN Tower
  • Royal Ontario Museum
  • Toronto Zoo
  • Ontario Science Center

Du kannst ihn an der Kasse erwerben.

Lage: Das Casa Loma liegt in der 1 Austin Terrace, Toronto, Ontario M5R 1X8. Ecke Spadina Road und Davenport Road.

Weitere Informationen zu Öffnungszeiten und Preisen findest du auf der Seite des Schlosses.

Tipps zum Besuch des Casa Loma in Toronto:

Unbedingt früh kommen, am besten bei Öffnung des Museums. Dann kannst du das Casa Loma in Toronto noch entspannt besichtigen. Die Möglichkeiten zum Geldsparen habe ich schon erwähnt. Nehme dir danach ein bisschen Zeit, um in der Gegend spazieren zu gehen. In der Umgebung stehen noch einige weitere schöne Anwesen. Die Stadtviertel Annex und Tarragon Village sind sehr beliebte, wohlhabende Viertel. Schmucke Häuschen mit viel Grün drumherum inmitten der Stadt.

Apropos Luftschlösser, wie würdest du gerne wohnen, wenn Geld keine Rolle spielen würde?

1 Kommentare

  1. Liebe Renate,

    ein sehr interessanter Bericht über die Casa Loma. Obwohl wir schon sehr oft in Toronto waren, haben wir es dorthin bisher noch nie geschafft. Es scheint sich zu lohnen. Vor allem die Ausblicke auf die Innenstadt sind toll!

    Dass man es auch heute schaffen kann, „Luftschlösser“ zu bauen, zeigt das Bata Shoe Museum, das von der Gattin eines ehemals tschechischen Schuhfabrikanten gegründet wurde. Wir hatten das Glück, sie bei einem unserer Besuche interviewen zu dürfen. Vielleicht interessiert Dich ihre Geschichte: http://www.travelworldonline.de/traveller/ein-museum-fuer-schuhe-in-toronto-das-bata-shoe-museum/.

    Liebe Grüße,
    Monika und Petar

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