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Edinburgh Castle, die berühmteste schottische Burg.

Edinburgh Castle, die Burg von außen

Die Burg von Edinburgh thront mächtig auf dem Castle Rock hoch über der Stadt. Edinburgh Castle ist eines der beliebtesten Sehenswürdigkeiten und zugleich Symbol für die Stadt. Sie ist nicht einfach irgendeine Burg, sie repräsentiert Schottlands Geschichte! 

Während der Nachrichten zum Brexit war die Edinburgh Castle wiederholt in den Medien zu sehen. Die Bürger der Stadt waren geschockt über das Votum. In Schottland hat man mehrheitlich für den Verbleib in der EU gestimmt. Man denkt gar an einen Alleingang sowie eine Trennung von Groß Britannien.

Kaum ein Besucher, der nicht die Burg von Edinburgh trotz des stattlichen Eintrittspreises besuchen will und es lohnt sich!

Die Geschichte der Burg Edinburgh Castle

Die Burg ist recht alt! Die Geschichtsschreibung erwähnt eine Burg auf dem Castle Rock bereits Anfang des 12. Jahrhunderts. Die kleine Kapelle St. Margaret’s Chapel soll aus dieser Zeit stammen. Wie viele Burganlagen wurde sie über die Jahrhunderte umkämpft und belagert, die Besitzer wechselten z.B. von den Engländern. Immer wieder wurden Teile neu aufgebaut und stärker befestigt, bis sie ihre heutige Form erhielt. Die wohl berühmteste Bewohnerin, Maria Stuart, residierte auf Edinburgh Castle.

Am Eingang mit der mächtigen Falltür bekommst du nach Bezahlung des Eintrittspreises einen gezeichneten Faltplan in deutsche Sprache, in dem alle wichtigen Punkte markiert sind. Wir sind zuerst bis ganz nach oben spaziert, um einen Überblick über das Gelände zu gewinnen.

Aufstieg zur Burg von Edinburgh

St. Margaret’s Chapel und eine romantische Liebesgeschichte

heilige Margarete EdinburghGanz oben in der Burg liegt die Margaretenkapelle. Die kleine Steinkapelle wirkt fast unscheinbar! Wir hätten sie übersehen, wenn der Andrang hier nicht so groß gewesen wäre, wirkt sie doch wie eine kleine Dorfkapelle. Sie ist Edinburghs ältestes Gebäude und wurde im Jahr 1130 erbaut und der heiligen Margaret, einem Mitglied der königlichen Familie, gewidmet.

Margaret floh nach der Schlacht von Hastings vor der Invasion der Normannen. Eigentlich wollte sie nach Ungarn, ihr Schiff trieb jedoch vor die Küste Schottlands, wo der damalige König ihr Zuflucht bot. Malcom III und Margaret verliebten sich, heirateten und so wurde sie Schottlands Königin.

Mit ihrem Mann engagierte sie sich für Bedürftige, wofür sie vom Papst heiliggesprochen wurde. Auf einem blau getönten Kirchenfenster in der Kapelle ist sie dargestellt.

An der Vormauerbatterie mit den Kanonen vorbei geht es zu einem weiteren Innenhof mit dem Scottish National War Museum (nationales Kriegsdenkmal) sowie dem Raum mit den schottischen Ehrenzeichen.

Die schottischen Kronjuwelen

Lange Schlangen führen zu dem dunklen Raum (Crownroom), der die königlichen Insignien Schottlands, die Kronjuwelen beherbergt. Zepter und Schwert waren ein Geschenk von Papst Julius II. an den schottischen König James IV.. Zusammen mit der Krone wurden sie bei der Krönung Maria Stuarts, der Cousine von Elisabeth der I., zum ersten Mal feierlich genutzt. Im Royal Palace, dem königlichen Palast innerhalb von Edinburgh Castle, lebten die schottischen Königinnen und Könige, die Räume waren reich verziert.

Edinburgh Castle Innenhof des Schlosses

Der Stone of Destiny, der Stein der Vorsehung, ist ein geheimnisumwobener massiver roter Sandstein, um den sich viele Legenden nutzen. Gälische Legenden behaupten, dass er von einer ägyptischen Pharaonentochter nach Schottland gebracht wurde. Die Christen sehen in ihm einen Teil des Thrones Davids. Schon im frühen Mittelalter wurde er in Schottland bei den Krönungszeremonien genutzt.

Die große Halle – the Great Hall

Zu einer Burg gehört eine große Halle für Feierlichkeiten. Die mittelalterliche Great Hall ist von einer hölzernen Hammerbalkendecke gekrönt. Rüstungen und Waffen zieren die kaminroten Wände.

Great Hall Edinburgh, große Halle

Wieder draußen wird es für uns Zeit, einen Platz für eine tägliche Zeremonie zu finden – die 13-Uhr-Kanone. Wir platzieren uns an die Mauer bei der Margaretenkapelle, um das Schauspiel im Blick zu haben.

Warum wird um 13 Uhr traditionell eine Kanone abgeschossen?

Wir durften der One O’Clock Gun (13-Uhr-Kanone) beiwohnen, die mit sehr viel Aufwand betrieben wird. Jeden Tag, außer sonntags, versammeln sich mehrere ehrenwerte Männer, die den pünktlichen Kanonenschuss vorbereiten, bis um Punkt 1 Uhr die Kanone mit Donnerhall gezündet wird. Die Tradition soll seit dem Jahr 1861 auf die Seefahrt zurück zuführen sein, als die Kanone den Schiffen im Firth of Forth half, ihre Uhren exakt einzustellen. Die Idee soll der Geschäftsmann John Hewitt aus Frankreich mitgebracht haben.

Lustig war es zuzusehen, wie viele Herren notwendig sind, um eine Kanone zu feuern. Einige von ihnen fotografierten die Aktion selbst mit ihren Handys. Der Schuss soll übrigens bis 3,2 Kilometer weit zu hören sein. Einen schönen Blick auf die Aktion hast du oben von der Mauer nahe der  St. Margaret’s Chapel, von der ich auch das nachfolgende Bild aufgenommen habe.

Edinburgh One O’Clock Gun (13-Uhr-Kanone)

Edinburgh Castle ist zugleich ein Militärstützpunkt der Armee. Anfang August wird vor dem Schloss das Edinburgh Military Tattoo, das größte Musikfestival Schottlands, mit über 200 Dudelsackspielern und Trommlern im traditionellen Kilt gefeiert.

Fazit:

Der Eintrittspreis ist mit £ 16.50 für Erwachsene, £9.90 für Kinder und £13.20 für Senioren recht hoch (Stand 08/2016, Änderungen vorbehalten). Die Burg ist jedoch ein Wahrzeichen der Stadt. Du kannst die Burg individuell, mit einem Audioguide oder einer Burgführung entdecken. Im Innern findest du auch ein Café mit Snacks und Getränken.

Wenn du nur die Aussicht genießen möchtest, kannst du dies kostenlos bereits vor den Burgtoren tun. Ein Besuch der Burg lässt sich gut mit einem Bummel durch Edinburghs berühmte Straße, die Royal Mile, verbinden.

Adresse und Öffnungszeiten:

Castlehill, Edinburgh EH1 2NG
Tel: +44 (0)131 225 9846

Edinbugh Castle öffnet täglich um 9.30 Uhr seine Türen. Die Burg schließt im Winter um 17.00 Uhr und im Sommer um 18.00 Uhr. Ausnahmen sind der Januar mit veränderten Zeiten, ebenso an Weihnachten und Neujahr ist geschlossen (Unverbindliche Angaben).

Weitere Informationen findest du hier. Die Seite informiert auch über die Zugangsmöglichkeiten für Behinderte.

3 Kommentare

  1. Hallo Renate,
    das ist ein interessanter Beitrag. Viele Städte bewahren über Jahrhunderte ihre Traditionen. Bei solch einem Spektakel fühlt man sich gleich in längst vergangene Zeiten versetzt
    Viele Grüße
    Peter

  2. Reisefieber sagt

    Hallo Peter,

    herzlichen Dank. Ja, das stimmt! Ich bin ja so ein Burgenfan, ich kann nicht genug von den vielen alten Gemäuern haben.

    Liebe Grüße
    Renate

  3. Hallo Renate,

    toller Bericht. Edinburgh ist so eine schöne Stadt. Sie steht schon seit langem auf meinem Reisezielen aber leider war ich bisher irgendwie immer noch nicht dort.
    Aber dein Artikel hat mich inspiriert und ich werde es für nächstes Jahr einfach mal vorschlagen und dann ganz bestimmt auch das Schloss besuchen.

    LG
    René

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