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Hamburg Övelgönne, Museumshafen und Elbstrand

Museumshafen Övelgönne Hamburg

Övelgönne, schon der hübsche Name macht neugierig! Der Hamburger Stadtteil bietet nette Restaurants mit Blick auf die Elbe, schicke Villen, einen richtigen Strand zum Sonnenbaden und als besonderes Highlight den Museumshafen mit fast 30 Schiffen. 

Oevelgönne oder Övelgönne, schon bei der Schreibweise ist man sich nicht einig. Der Name soll aus dem Plattdeutschen kommen und „Übelgunst“ bedeuten, da der Baugrund hier so schlecht war. So mancher Hamburgbesucher hat von diesem schönen Stadtteil noch nichts gehört oder gesehen. Ein Fehler! Wer über die Klassiker Rathaus, Jungfernstieg, Hamburger Hafen, Reeperbahn und Speicherstadt hinaus ist, sollte sich hier mal umsehen!

Wir sind Hamburgfans und versuchen alle paar Jahre der schönsten Stadt Deutschlands einen Besuch abzustatten. Dieses Mal sind neue Besichtigungspunkte geplant. Es ist immer schön, etwas Neues zu entdecken.

Eine Bootsfahrt nach Övelgönne

Bootfahren ist immer schön und so haben wir statt des Busses, eine Fahrt mit der Fähre eingeplant. Die Fähren sind im Preis der Hamburg Card enthalten, sodass wir keinen Aufpreis bezahlen. An den Landungsbrücken, Anlieger 3, geht es mit der Linie 62 los. Wer die Hamburg Card hat, kann einfach einsteigen. Es handelt sich dabei um eine Touristencard, mit der du die öffentlichen Verkehrsmittel nutzen kannst und Ermäßigungen bei vielen Eintritten bekommst.

Die Linie 62 tuckert los, vorbei geht es an den großen Pötten mit kurzem Halt am Fischmarkt in Richtung Neumühlen/Övelgönne, wo wir aussteigen. In kurzer Entfernung des Landungssteg leuchtet ein kleiner roter Leuchtturm. Der Museumshafen mit den vielen großen und kleinen Schiffen liegt direkt davor.

Museumshafen Övelgönne, ein besonderes Museum in Hamburg

Was hier in liebevoller Kleinarbeit von einem Verein geleistet wird, ist wirklich ungewöhnlich! Privat und ehrenamtlich wurden all‘ diese Schiffe repariert und hergerichtet. Da gehört viel Herzblut dazu!

Museumshafen Övelgönne

Alte Lieben rosten nicht

Ziel des ältesten deutschen Museumshafens ist eine Sammlung, die einen Überblick gibt über die unter Segel stehenden Fischerei- und Frachtfahrzeuge der Niederelbe und des Nord- und Ostseeraum (Kutter, Ewer und Tjalken), die Hafenfahrzeuge unter Dampf (Schlepper), Dienstfahrzeuge mit Motorantrieb (Polizei, Zoll, Feuerschiff) und die Hafenumschlagstechnik (Kräne und Hebezeuge). Mag jetzt ein bisschen technisch klingen, ist jedoch im Original faszinierend, nicht nur für Jungs!

 

Der Eisbrecher Stettin

Wir spazieren über den Landungssteg und freuen uns über die vielen Schiffe. Zu unserer rechten liegt ein großer Eisbrecher, die Stettin. Diese schauen wir uns von innen an. Wann kommst du schon einmal auf einen Eisbrecher? Ein Kohledampfer aus den 30-er Jahren. Pro Stunde mussten 6 Heizer rund 1500 Kilogramm Kohle in den Heizkessel schaufeln, um den Dampfer in Fahrt zu bringen. Ich sehe schon die verrußten Gesichter der Heizer vor mir, wie sie schwitzend arbeiten.

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Du kannst über einen kleinen Eingang in das Innere des Maschinenraums klettern. Ehrenamtler berichten gerne mehr über die grandiose Technik und die Historie der Stettin. Oben an Deck gibt es auf Wunsch und gegen kleines Entgelt kühle Getränke. Du darfst mal wie ein Kapitän am Steuerrad stehen und dich auf’s Eismeer träumen.

Mein kleiner Kapitän

Mein kleiner Kapitän

Einmal Eisbrecher fahren? Im Sommer geht die Stettin ab und zu mit Gästen auf Fahrt. Mehr auf der Homepage der Stettin.

Eisbrecher Stettin Övelgönne

Die Stettin, Övelgönne

Was kannst du im Museumshafen Övelgönne sehen?

In Övelgönne liegen Segelkutter mit herrschaftlichen Namen wie Präsident Freiherr von Maltzahn, der nach dem ehemaligen Präsidenten des Rügener Fischereiverbandes benannt wurde vor Anker. Dann gibt es die Besanewer Moewe, Ewer Elfriede oder die Tjalk Helene.

Du siehst Barkassen, ein Polizei- und ein Zollboot, Fährschiffe und zwei Kräne wie der große Schwimmkran Karl Friedrich Steen, der vor der Schrottpresse bewahrt wurde. Dazu erfährst du die Unterschiede in Technik und Bedienung der Schiffe. Es sind zur Zeit rund 27 Schiffe.

Liste der Schiffe am Liegeplatz des Museumshafens in Övelgönne, die du besichtigen kannst (vom Feuerschiff Elbe 3 bis zum Eisbrecher Stettin).

Das Hamburg Magazin hat einen netten Kurzfilm über den Verein veröffentlicht:

Anfahrt:

Övelgönne erreichst du mit der Fähre 62 von den Landungsbrücken in Richtung Neumühlen. Die Fahrt fährt im 15-Minuten-Takt. Alternativ kannst du mit dem Bus der Linie 112 fahren und an der Haltestelle Neumühlen/Övelgönne aussteigen.

Sonnige Tage am Elbstrand in Hamburg

Wir spazieren am kleinen feurigen Leuchtturm vorbei in Richtung Neumühlen. Zu unserer linken Seite liegen zahlreiche Restaurants und Cafés wie die Strandperle, das Fischrestaurant Hoppe oder der Ahoi Kiosk, in denen die Hamburg gerne sonnige Tage verbringen. Es hat was von Urlaubsglück, im Strandkorb oder Liegestuhl sitzen und auf die Elbe schauen.

Zu unserer rechten sehen wir am steilen Hang malerische Kapitäns- und Lotsenhäuser, die hoch über den Fluss blicken. Nette Wohngegend! In den Häusern aus dem 18. / 19. Jahrhundert wohnten früher die Fischer und Lotsen. Sie haben hübsch verzierte Giebel und schmucke kleine Vorgärten, in den Rosen und Hortensien blühen.

Elbstrand Övelgönne

Elbstrand Övelgönne

Am sandigen Strand an der Elbe sonnen sich die Besucher. Es ist September und wir erfreuen uns an 25 ° Celsius, wie herrlich! Nun gut, das Wasser der Elbe lädt nicht gerade zum Baden ein. Sollte man auch nicht tun, nicht nur wegen der Wasserqualität! Baden in Flüssen ist einfach zu gefährlich, wenn die großen Schiffe vorbei fahren. Am Ende des Strandes liegt der Alte Schwede, ein gewaltiger Steinbrocken und der älteste Findling Deutschlands. Er wiegt 217 Tonnen und wurde bei Baggerarbeiten in der Elbe gefunden. In der Eiszeit wurde er von Südschweden bis nach Hamburg verschoben.

Leckerer Kuchen, schiffsgebacken

Auf unserem Rückweg kehren wir im Schiffsrestaurant ein und genießen oben auf dem Sonnendeck selbstgebackenen Kuchen, dieses Mal nicht hausgemacht, sondern schiffsgebacken! Ein Pott Kaffee dazu und den Möwen zuschauen. Kann ein Tag schöner sein?

Restaurantschiff Övelgönne

Restaurantschiff mit Kaffee und Kuchen

Spaziergang an der Elbe entlang

Wer genug Zeit hat und mag, den Rückweg kannst du auch zu Fuß entlang der Elbe antreten. Der Weg führt zurück zur Fischauktionshalle und den Landungsbrücken.

Unser Wochenende in Hamburg wurde von der Reisehummel unterstützt, der wir sehr danken.  Teil 2 und 3 des Berichtes werden noch folgen.

2 Kommentare

  1. Hallo Renate,

    Da habt ihr aber wirklich Glück gehabt mit dem Wetter. :).
    Hamburg ist wirklich eine tolle Stadt. Lebe seit 6 Jahren dort und bekomme immer noch nicht genug.
    Toller Reisebericht. Dem gibt es nichts hinzuzufügen :).

    LG
    René

    • Reisefieber sagt

      Lieber René,

      ich beneide dich für deinen Wohnort. 🙂 Wir waren schon häufig in Hamburg, tolle Stadt. Immer wieder ein Erlebnis. Ich hatte mich schon beim Taxifahrer nach bezahlbaren Wohngegenden erkundigt. Nur für den Fall, dass wir später umziehen wollten.

      Liebe Grüße
      Renate

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