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Mit dem HopOn-HopOff-Bus durch Düsseldorf

HopOn-HopOff-Bus in Düsseldorf

Die HopOn-HopOff-Busse sind in nahezu jeder größeren Stadt anzutreffen. Eine Fahrt mit ihnen ist keine schlechte Idee – bekommst du doch rasch einen guten Überblick über alle Sehenswürdigkeiten und bequem ist es auch noch. 

Mein Mann und ich unternahmen schon einige Kurztrips in Düsseldorf, meist nur für einen Tag, z.B wenn wir ab dem Düsseldorfer Flughafen in Urlaub flogen. Da bietet sich ein Vorabend in der Düsseldorfer Altstadt geradezu an. Und ja, wir haben auch schon einmal an der längsten Theke der Welt die Nacht durchgemacht, wenn der Flug ganz früh am Morgen war. Auch über das Wochenende machen wir gerne eine Stippvisite. Da glaubt man doch, das meiste gesehen zu haben! Doch die Stadt bietet weit mehr als die bekannten Attraktionen.

Dieses Mal hatte ich mir vorgenommen, den HopOn-HopOff-Bus zu testen. Zum einen, weil meine bessere Hälfte nicht immer gerne läuft, zum anderen weil wir in der Nähe des Bahnhofs wohnten und dort auch der Startpunkt ist. Genauer gesagt startet der Bus seitlich am Busbahnhof.

Los geht die Fahrt über die Karlstraße, vorbei an der Immermannstraße, der japanischen Einkaufsmeile Düsseldorfs. Wir haben einen Doppeldecker-Cabriobus mit deutscher Reiseleitung erwischt und erfahren so einiges über die Stadt. Vom freien Oberdeck des HopOn-HopOff-Busses bietet sich eine wunderbare Aussicht und zum Fotografieren ist es gerade zu ideal. Das Wetter ist herrlich und ein laues Lüftchen weht uns um die Nase.

Kö-Brücke/ Königsallee – als ein König mit Pferdeäpfeln beworfen wurde.

Düsseldorfer Kö vom HopOn- HopOff-Bus gesehen

Stadtgraben der Königsallee

Der erste Haltepunkt ist dann auch die berühmte Königsallee, die früher einmal Kastanienallee hieß. Dazu erfahren wir die amüsante Anekdote aus dem Jahre 1848. Da fuhr König Wilhelm IV. mit einer Kutsche über die Kastanienallee, um zum Schloss Jägerhof zu gelangen, als ein Bürger ihn mit Pferdeäpfeln bewarf.  Dass dies dem König sehr missfallen hat, kannst du dir vorstellen. Um ihn für die Stadt wieder gnädig zu stimmen, nannte man die Allee im Jahr 1851 in Königsallee um.

Auf der linken Seite liegt das Geld, also die Banken, welches auf der rechten Seite in den luxuriösen Geschäften wieder ausgegeben wird. Die beiden Seiten trennt der Stadtgraben, ein kleiner Kanal mit einer Baumallee. Dazwischen zwitschern kleine grüne Vögel, die indischen Halsbandsittiche. Sie sind wohl irgendwo mal entflogen. Im Juni 2016 wurde ein besonders tapferes Paar von den Medien gefeiert, als ein böser Hausinhaber ein Vogelnest mit Küken hinter einem Verputz mit Bauschaum verschwinden ließ. Die Vogeleltern pickten zwei Tage am Verputz, bis sie ihren Nachwuchs lebend befreien konnten. Unter der Überschrift „Kö-Papageien beißen verzweifelt Nest wieder auf“ waren sie auch in der Bild-Zeitung!

Burgplatz / Altstadt – mehr als die längste Theke der Welt!

Wer die Altstadt noch nicht gesehen hat, sollte sich einen ausführlichen Bummel durch die engen Gässchen nicht entgehen lassen. Die längste Theke der Welt – allein aufgrund ihrer Kneipendichte ist die Düsseldorfer Altstadt eine Reise wert. Viele Besucher fahren für ein Wochenende in die Stadt, um zu feiern! Du findest eine spanische Straße, viele Restaurants und Kneipen und viel Spaß und Trubel. Das Altbier ist süffig, das Leben im Sommer fast wie am Mittelmeer. Am Rhein kannst du mit dem  Schiff fahren oder dich in eines der Lokale in den Kasematten setzen und den mediterranen Flair genießen. Voila – es gibt auch Palmen!

Rheinufer in Düsseldorf

Palmen am Rheinufer in Düsseldorf

HopOn-HopOf-Haltestelle Rheinturm/Medienhafen

Der Fernsehturm bzw. Rheinturm im Ortsteil Oberbilk ist mit 240 Metern der höchste Aussichtspunkt der Stadt. Der Aufzug düst in wenigen Sekunden zur Aussichtsebene auf 168 Metern Höhe, wo du einen weiten Blick über die Stadt am Rhein genießen kannst. Bei gutem Wetter soll sogar das verfeindete Köln zu sehen sein, aber wer will das in Düsseldorf schon wissen. Im Rheinturm findest du das Restaurant Top 180 sowie die Günnewig Bar & Lounge M168.

Düsseldorf Medienhafen

Medienhafen mit Gehry-Bauten

Der Medienhafen zeigt ein ganz anderes Gesicht von Düsseldorf, sehr modern und hip. Gerade Fotografen, die moderne Architektur lieben, sollten sich die Gehry-Bauten anschauen, die ein bisschen windschief und fast natürlich ausschauen. Der kanadisch-amerikanische Architekt hat hier etwas besonderes errichtet. Auch das farbenfrohe Roggendorf-Haus mit den Flossies, den bunten Fassadenkletterern und das Colorium sind sehenswert.

Und weiter geht es mit dem HopOn-HopOff-Bus in exotische Welten.

Ekō-Haus / Niederkasseler Kirchweg

Über die Rheinkniebrücke geht die Busfahrt auf die linke Rheinseite durch Wohnviertel mit wunderbarem Rheinblick. In den schmucken Bauten haben Künstler wie Joseph Beuys gewohnt, der in Oberkassel ein Atelier besaß und in der Kunstakademie Düsseldorf einen Lehrstuhl besaß. Die Kirmes auf der Festwiese in Oberkassel im Juli gilt als größte Kirmes am Rhein.

Im Ortsteil Niederkassel solltest du am Niederkasseler Kirchweg aussteigen. Überquere die Ampel, gehe ein bisschen links und dann in den Brüggener Weg und du findest ein japanisches Kleinod – das Ekō-Haus, bestehend aus einem japanischen Garten, dem Haus im japanischen Stil sowie einem buddhistischen Tempel. Günstiger kommst du nicht mehr nach Japan!

Japan in Düsseldorf

Japan in Düsseldorf

Weiter geht die Fahrt über die Oberkasseler Brücke zurück auf die rechte Rheinseite.

Haltestelle Rheinterrasse / Ehrenhof

Der Ehrenhof ist ein Gebäudeensemble aus den 20er-Jahren, das einst für eine große Messe der Weimarer Republik errichtet wurde. In seinem Innern ist das Museum Kunstpalast untergebracht, das Gemälde von Künstlern wie Rubens und Cranach, Skulpturen, Kunsthandwerk, Grafik und Design zeigt. Für aktive Künstler werden auch Kurse und Workshops angeboten. Die Tonhalle in Düsseldorf-Pempelfort, ein ehemaliges Planetarium, dient den Düsseldorfern als beliebtes Konzerthaus.

Genussfreudigen Naturen sei der Biergarten an der Rheinterrasse, Joseph Beuys-Ufer empfohlen. Bei einem kühlen Alt und leckeren Snacks kannst du den Rhein mit den vorbeifahrenden Schiffen betrachten. Auch von der Terrasse der Tonhalle lohnt sich der Blick auf Düsseldorf und Oberkassel, während du dich in Sitzsäcken oder auf Kuschelwürfeln fletzt.

Aquazoo, Nordpark und Japanischer Garten

Das Aquarium, der Aquazoo, wurde gerade bei meinem Besuch einer Sanierung unterworfen und soll erst im April 2017 wieder öffnen. Was die Haltestelle so sehenswert macht, ist der große Nordpark. Da er doch etwas außerhalb beim Messegelände liegt, ist er nicht jedem Besucher bekannt. Was sehr schade ist! Du findest eine riesige Parkanlage mit plätschernden Springbrunnen mit Wasserspielen, einem Café und mein Geheimtipp – der Japanische Garten. Wie es sich für diese Art von Gärten gehört, wurde die Natur bis ins kleinste Detail von dem japanischen Gartenarchitekten Iwaki Ishiguro geplant, einfach nur zauberhaft!

Japan in Düsseldorf japanischer Garten

Japanischer Garten im Nordpark

Schloss Jägerhof / Rochuskirche

Schloss Jägerhof am Rande des Hofgartens wurde für den Kurfürsten Theodor gebaut, der eine Vorliebe für barocke Bauten hatte. Das Lustschloss im Rokoko-Stil wird heute vom Goethe-Museum genutzt. Das Museum bietet nicht weniger als fast 700 Originalzeugnisse wie Entwürfe, Handschriften und Briefe des Dichters.

Die nahe gelegene Rochuskirche, liebevoll Gasometer genannt ist schon sehr modern gebaut. So etwas muss man mögen. Eine Kirche wie ein Ei. Wem’s gefällt! Von hier aus geht die Fahrt zurück an den Busbahnhof.

Was sind die Vorteile der HopOn-HopOff-Busse?

Gerade wenn du eine Stadt noch nicht gut kennst, bieten sie einen guten Überblick über die verschiedenen Stadtteile mit ihren Sehenswürdigkeiten. Im besten Falle bekommst du auch eine Erklärung zu den Highlights. Für Fotografen bietet sich eine erhöhte Fotoperspektive und für Lauffaule die Möglichkeit, viel mehr in einen einzigen Tag einzupacken. Wir haben diese Fahrten schon in mehreren Städten unternommen.

Fahrzeit: 1,5 Stunden
Preis: 15 Euro für Erwachsene (Stand 2016, Änderungen vorbehalten)
Bei dem 2-Tagesticket ist zusätzliche eine 1-stündige Schifffahrt enthalten.
Für Kinder gelten Ermäßigungen.

Wo bekomme ich das Ticket? Ganz einfach, du kannst es beim Busfahrer erwerben.

Bist du schon mit dem HopOn-HopOff-Bus gefahren?

Was ist dein Eindruck, ob positiv oder negativ. Meine Leser freuen sich auf deine Antwort.

 

6 Kommentare

  1. Liebe Renate,
    ich bin noch nicht so oft die HopOnHopOff-Busse gefahren, weil wir lieber zu Fuß die Stadt erkunden. In Lissabon haben wir davon Gebrauch gemacht und ich muss sagen, es war super gewesen. Die Fahrt hat dir schon viel gezeigt und evtl. das eine oder andere aussortiert was man sich später nicht mehr anschauen wollte.
    Persönlich würde ich die Busse nur bei so großen Städten nutzen, die man zu Fuß wirklich nicht mehr einfach mal so „ablaufen“ kann. Ansonsten bevorzuge ich den Fußweg, weil ich überall dort stehen bleiben kann wo ich will und entspr. fotografieren kann. Mir halten die Busse nicht oft genug.
    LG
    Iris

  2. Reisefieber sagt

    Liebe Iris,

    ich kenne die Busse noch von New York, Toronto und London. Die Städte sind zu groß, um sie zu erlaufen. Da gibt es die Touren gleich für mehrere Tage. Für einen Überblick fand ich sie immer klasse, gerade wenn man im Doppeldeckercabrio oben im Freien sitzt. An den einzelnen Stationen laufen wir dann noch viel zu Fuß. Aber so oder so qualmen bei so manchen Städtetouren abends die Füße. 😉

    LG
    Renate

  3. Hallo Renate,
    ich selbst bin noch nicht mit einem Hop-On Hop-Off Bus gefahren, weil ich Großstädte auf Reisen meide. Wenn man eine Stadt näher erkunden will, erhält man mit dem Hop-On Hop-Off Bussen sehr schnell einen Überblick, wo sich was befindet. Manchmal bieten sie viele Zusatzleistungen an, die noch eine halbe Stadtbesichtigung beinhalten. Wie beispielsweise in Dresden, mit 3 kostenlosen Führungen in der Dresdner Altstadt und einem Nachtwächterrundgang. Da empfehle ich sich vorher mit den Verkäufern abzustimmen, wie man das Besichtigungsprogramm am besten bewältigt.
    Viele Grüße
    Peter

    • Reisefieber sagt

      Lieber Peter,
      Vielen Dank für den Tipp für Dresden. Ja, bei manchen Touren sind noch zahlreiche Extraleistungen wie z.B. Stadtspaziergänge, Bootstouren oder Ermäßigungen dabei.
      Viele Grüße
      Renate

  4. Liebe Renate,

    toller Bericht. Mittlerweile liebe ich die roten Touribusse. Man kann so prima den ganzen Tag durch die Stadt fahren, aussteigen, wann es einen gefällt. Und bei schlechtem Wetter fährt man halt noch eine Runde 😉
    Als Düsseldorferin sehe ich die roten Busse jeden Tag und hab mich immer gefragt, wo sie denn überall halten. Jetzt ist das Geheimnis gelüftet.

    Viele Grüße
    Ina

    • Reisefieber sagt

      Liebe Ina,
      oh, das ist fast wie ein kleiner Ritterschlag, wenn es auch dir als Düsseldorferin gefällt. 🙂 Da fällt mir gerade ein, dass ich auch vor vielen Jahren in Rom eine Hop-On Hop-Off-Tour gemacht habe. Meine Freundin feierte Geburtstag und wir waren für einen Tag im Januar da. Nachmittags hat es dann geschüttet und wir haben fröhlich und trocken im Bus die Rundfahrt genossen.
      Liebe Grüße
      Renate

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