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Der Keukenhof in Holland, Frühlingsrausch im Pflanzenmeer

Farbenfrohes Blumenbeet mit Tulpen im Keukenhof in Holland.

Tulpen, Narzissen und andere Frühlingsblüher, Blumenfreunde sollten sich im Frühling den Keukenhof in Holland ansehen. Denn diese Blumenpracht ist gewaltig! Gerade die Fotografen kommen hier auf ihre Kosten. Wir waren vor Ort und haben ein paar Tipps mitgebracht.

Nachdem wir die Stadt Volendam besuchten, war der Keukenhof unser nächstes Ziel. Früher dachten wir, es handele sich einfach um geradlinige Blumenbeete mit vielen Tulpen. Dabei ist es weit mehr – der Keukenhof ist eine Blumenshow der Superlative! Rund 100 Züchter pflanzen auf dem Gelände 7 Millionen Blumenzwiebeln. Der Keukenhof ist nur 8 Wochen pro Jahr geöffnet.

Weitere 20 Blumenschauen präsentieren die bunte Vielfalt von über 500 Blumenhändlern. Jedem einzelnen Blumenzwiebelzüchter stehen Gartenarchitekten zur Seite, die die schönsten Blumen in immer neuen Arrangements zeigen.

Der Keukenhof in Lisse, Holland

Nach einem gemütlichen Frühstück machen wir uns auf zum Keukenhof. Der Weg dorthin ist bestens ausgeschildert. Zudem existieren zwei große Parkplätze, die nach Pkws und Bussen getrennt werden. Die Eintrittskarten hat unser Reiseleiter schon besorgt. Direkt am Eingang erhalten wir einen kostenlosen Plan, damit wir die Übersicht behalten. So können wir nicht verloren gehen.

Ein Tulpenbeet mit hellroten und zartvioletten Tulpen

Tulpenbeet im Keukenhof, was für eine Farbenpracht!

Dem Fotografen in mir fällt es sehr schwer, eine Auswahl zu treffen. Dabei bin ich nicht allein! Die Tulpenbeete sind umringt von Blumenfans, die ebenfalls ihre Kameras klicken lassen. Was mir dabei auffällt, das Publikum im Park ist international. Die Asiaten haben ebenso den Keukenhof entdeckt. Entsprechend sehe ich Besucherinnen in Saris, Damen in schicken Blumenkleidchen und mit Hütchen – sehr hübsch!

An manchen Beeten stehen wir uns dicht gedrängt gegenseitig im Weg. Beliebt sind dabei die Selbstporträts im Blumenbeet. Blumenkleid meets Flower Power. Mit anderen Worten auf den Rasenflächen sitzen hübsche Mädchen in passenden Kleidchen für ein Foto. Kinder werden obendrein für ein Bild arrangiert.

Der Asiagarten im Keukenhof

Andererseits zeigt auch der Keukenhof nicht nur Tulpen. Dabei fühle ich mich im Asiagarten der japanischen Gärtenkultur nahe, die ich in letztes Jahr in Düsseldorf so bewundert habe. Bei den Japanern wirken die Parks wie natürliche Landschaften, dabei werden sie von Gartenarchitekten mit viel Aufwand arrangiert.

Der Asiagarten im Keukenhof.

Der Asiagarten im Keukenhof.

Dutch Design mit Mondrian und Co.

Auch die Kunst kommt dabei nicht zu kurz. In diesem Jahr stand der Keukenhof unter dem Motto „Dutch Design“, was besonders in dem mehrfarbigen Tulpenmosaik erkennbar war. Hier wurde aus Tulpen ein berühmtes Gemälde des niederländischen Künstlers Mondrian erstellt. Dafür wurden 80.000 Blumenzwiebeln (Tulpen, Krokussen und Traubenhyazinthen) gesetzt.

Mondrian mit Tulpen, Kunst im Keukenhof

Ein Werk Mondrians aus Tulpen gebildet

Die Blumenschauen des Oranje-Nassau-Pavillon und zwei Inspirationsgärten widmeten sich ebenfalls dem Thema „Dutch Design“.

Tulpen aller Art

Dabei ist es erstaunlich, wie unterschiedlich Tulpen sein können. Einige Tulpen haben prall gefüllte Blütenköpfe, wie diese rosaweiße Sorte.

Was für eine rosafarbene Blütenpracht!

Was für eine rosafarbene Blütenpracht!

Andere erfreuen uns mit gefranselten Blütenblättern wie die Crystal Beauty. Es gab sie in vielen verschiedenen Farben, wie diese blutrote Schönheit.

Kein Mohn, die Tulpensorte Crystal Beauty!

Kein Mohn, die Tulpensorte Crystal Beauty!

Hättest du gedacht, dass nach der Blumenschau alle Blüten abgeschnitten werden? Dabei gehen nicht die Blumen in den Verkauf, was zählt, sind die Blumenzwiebeln. Sie werden gehandelt und wieder eingepflanzt, damit sich die Menschen in den Parks und Gärten im Frühling erfreuen können.

Die Blumenzüchter preisen entsprechend ihre ganze Vielfalt an Tulpen an. Jedes Jahr kommen infolgedessen neue Züchtungen auf den Markt, denn auch Tulpen sind der Mode unterworfen. Du kannst au dem Gelände Blumenzwiebeln erwerben, damit dein heimatlicher Garten im nächsten Jahr wunderschön erblüht.

Typisch Holland – eine Windmühle!

Was wäre Holland ohne eine Windmühle? Diese dürfen daher auch im Keukenhof nicht fehlen. In der Nähe der Windmühle werden Bootsfahrten angeboten. Dabei fährst du mit den Booten nicht durch den Park, sondern an den Feldern außerhalb des Geländes vorbei. Überdies waren die Felder bei unserem Besuch schon weitgehend abgeerntet, sodass sich die Zusatzkosten für die Bootsfahrt nicht lohnten.

Eine Windmühle im Keukenhof in Lisse, Holland.

Holland und seine Windmühlen

Der historische Garten

Sehr gefallen hat mir auch der historische Garten mit bis zu 400 Jahre alten Tulpen. Hierzu wurde der älteste historische Garten der Niederlande nachgebildet. Der berühmte Arzt und Botaniker Carolus Clusius pflanzte dort im Jahre 1592 die ersten Tulpen des Landes, weshalb Holland eine Tulpennation wurde!

Tulipa Witte Valk, eine alte Tulpensorte aus 1880.

Tulipa Witte Valk, eine alte Tulpensorte aus 1880.

Woher kommen die Tulpen?

Du wirst sicherlich direkt an Holland denken! Schließlich verbinden wir keine andere Nation so stark mit den Tulpen wie die Niederlande. Dabei kommen diese Liliengewächse ursprünglich aus Vorderasien. Sie wurden in Wildgärten im Mittleren Osten kultiviert, von wo sie ihren Weg über die Türkei und Istanbul nach Europa antraten.

Unter dem Sultan Ahmed III (1703 – 1730) gab es überdies eine sogenannte „Tulpenzeit“. Die Blume war bei ihm so beliebt, dass er sie bei Empfängen auf den Boden streuen ließ. Im Übrigen feierte der Sultan große Tulpenfeste. Die Gärten waren demzufolge mit Tulpen bepflanzt, außerdem fanden sich Tulpen auf den Wandfliesen des Topkapi Serail. Entsprechend finden wir heute noch ein Lalefestival in Istanbul.

Ein Gesandter des österreichischen Kaisers Ferdinand I. soll im Jahr 1554 Tulpenzwiebeln aus Istanbul für den Hofgarten in Wien mitgenommen haben. Der berühmteste Botaniker, Clusius, hegte und pflegt die Tulpe im Hofgarten. Er brachte sie an die Universität in Leiden, um sie in Holland zu züchten. Das war vor mehr als 400 Jahren!

Tulipa Rose des Dames aus 1863.

Tulipa Rose des Dames aus 1863.

Von Wien aus trat die Tulpe ihren Siegeszug in Europa an und gelangte nach Holland. Zu der Frage „Woher kommen die Tulpen?“ habe ich einen Artikel geschrieben, falls du mehr darüber erfahren möchtest.

Wie ist die Verpflegung im Keukenhof?

Eines vorweg! Nimm dir besser Essen und Getränke mit. Der riesigen Anzahl von Besuchern stehen nur wenige Restaurants zur Verfügung. Es ist sehr schwer, einen Platz zu bekommen. Ich habe einige Besucher gesehen, die mit einem Tablett auf den Knien aßen. Auch das Angebot der Stehimbisse ist eher klein und überteuert.

Wie ist der Keukenhof entstanden?

Im 15. Jahrhundert war der berühmte Keukenhof noch ein Kräutergarten in den Dünen, aus dem die Jakoba von Bayern (Jacoba van Beieren) ihre Gemüse und Kräuter für das Schloss Teylingen holte. Kein Wunder, die Übersetzung des Wortes Keukenhof heißt Küchenhof. Das Gelände wuchs auf 200 Hektar an. Zwei Landschaftsarchitekten gestalteten den Park und das Schloss im Jahre 1857: Die Parklandschaft ist heute noch die Basis der Blumenschau.

Als die holländischen Blumenzüchter im Jahre 1949 ihr Geschäft ankurbeln wollten, eröffneten sie eine Frühlingsblumenshow. Im Jahr 2017 fand sie bereits zum 68 Mal statt

Einige Zahlen über den Keukenhof

Das Gelände des Keukenhof ist 32 Hektar groß. Du kannst auf Spazierwegen mit einer Länge von insgesamt 15 Kilometern wandern. Rund eine Million Menschen aus 100 Ländern besuchen innerhalb von 8 Wochen den Frühlingspark. Bereits 51 Millionen Besucher sollen den Keukenhof mittlerweile bewundert haben.

Blumenbeet mit weißen, rosafarbenen und Roten Tulpen im Keukenhof in Holland.

Blumenbeet am Eingang des Keukenhofes

Der Parkplatz kann von 4500 Pkws und 1000 Reisebussen genutzt werden. Dabei kommen bei einer Vollauslastung mit Bussen und Pkws mehr als 50000 Besucher pro Tag zusammen. Viele Busreisende bleiben auch nur ein paar Stunden, sodass der Parkplatz von mehreren Bussen pro Tag genutzt werden kann. Hinzu kommen die Gäste, die mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen. Es sind also eine Menge Gleichgesinnter unterwegs. Plane das bei deinem Besuch ein! Gerade verlängerte Wochenenden und Feiertage ziehen besonders viele Gäste an.

Tipps zum Besuch des Keukenhofes

Adresse: Keukenhof Holland, Stationsweg 166 a, 2161 AM Lisse, Holland
Im Jahr 2018 öffnet der Keukenhof zwischen dem 22. März und dem 13. Mai. Es gibt zwei Eingänge, der Haupteingang bei dem großen Busparkplatz und der gegenüber liegende Eingang.

Einen kostenlosen Plan des Geländes findest du am Eingang oder unter Lageplan als PDF.

Die Kasse ist von 08.00 bis 18.00 Uhr geöffnet. Der Park schließt um 19.30 Uhr. Die Preise lagen in 2017 bei 16 € für Erwachsene, 8 € für Kinder von 4 bis 11 Jahren. Kinder unter drei Jahren hatten freien Eintritt.

Wie komme ich zum Keukenhof?

Wenn du nicht mit dem eigenen Auto oder öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen möchtest, schau dir die Angebote der örtlichen Veranstalter an. Bustouren zum Keukenhof sind sehr beliebt und reichen von der Tagesfahrt bis zu Mehrtagesreisen. Außerdem werden von Amsterdam Tagesfahrten mit dem Bus angeboten. Obendrein ist hier der Eintritt häufig schon im Preis enthalten.

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