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Salamis auf Nordzypern, sind da etwa nur alte Steine?

Salamis Ruinenstadt Nordzypern

Salamis, allein der Name lässt uns an den Geschichtsunterricht denken. Da war doch etwas? Die antike Stadt am grünblauen Meer Nordzyperns war einst eine bedeutende Metropole. Der Apostel Paulus wandelte in den Straßen, Troja hat etwas damit zu tun. Über der Geschichte rieselte dann der Sand des Vergessens. Grabe die Erinnerungen mit mir aus! 

War dein Geschichtsunterricht auch so schräg?

Mein Geschichtslehrer war ein sehr eigener Mensch. Wenn er paffend den Klassenraum betrat, drückte er immer seine Zigarette im Blumentopf am Fenster aus. Auch die Lehrmethoden waren nicht sehr modern. Wir mussten immer einen Text des Geschichtsbuches auswendig lernen. In der nächsten Schulstunde wurde dieser mündlich abgefragt. Dabei kamen nie mehr als die ersten drei Sätze dran. Mehr haben die meisten von uns nicht gelernt!

Geschichte empfand ich als ein langweiliges Thema, aus dem die Menschheit nichts gelernt hat. Es ging immer um Kriege, nur die Orte, Zeiten und beteiligten Völker änderten sich. Wie die Menschen gelebt haben, erfuhren wir nicht. Heute bedaure ich häufig mein Unwissen.

Was war noch mit Salamis?

Salamis, da klingelte es in meinem Kopf. Da war eine Schlacht, aber welche? Ich kann ja nachschauen: Die Schlacht bei Salamis fand Ende September 480 vor Christus zwischen Persern und Griechen bei der griechischen Insel Salamis in der Nähe von Athen statt. Hier bin ich jedoch auf Zypern, genauer Nordzypern und die vor mir liegenden Ausgrabungen gehören zur Stadt Salamis. 

Salamis Nordzypern Statuen

Wie so oft in der Geschichte wurden die Statuen beschädigt.

Besichtigung der antiken Stadt

Wir sind von unserem Hotel Salamis Bay mit dem Taxi angereist. Am Eingang der Stadt bezahlen wir bei den freundlichen Wächtern 9 TL (rund 3 Euro) für den Eintritt. Die Sonne strahlt vom blauen Himmel. Es ist November, die über den Sommer verdorrten Gräser wehen sanft im Wind. Die antike Stadt ist größer als wir dachten!

Salamis 3

Auf dem von Säulen umgebenen Platz des Gymnasiums trainierten einst die Sportler. Die Thermen boten den Bürgern erfrischende Schwimmbäder und heiße Saunagänge. Der Apostel Paulus ist einst über die Straßen der Stadt gewandelt. Mit seinem Begleiter Barnabas soll er hier die erste christliche Gemeinde Zyperns gegründet haben. Barnabas ist als Märtyrer auf Zypern gestorben. Er gilt als Nationalheiliger der Insel. Ein Barnabas-Kloster sowie seine Grabstätte liegen nur wenige Kilometer entfernt.

Eidechse ein Sonnenbad nehmend

Große urtümlich wirkende Eidechsen dösen in der Sonne. Sie lassen sich kaum stören. Es sind nur wenige Besucher da. Auch wir können gemütlich die Ausgrabungen entdecken und in unserer Vorstellungskraft die alte Stadt beleben. Besonders beeindruckend ist das große Theater. Hier sollen auch ab und zu Veranstaltungen stattfinden.

An den verdorrten Gräsern kleben Hunderte von weißen Schnecken. Es ist wenig Schatten, uns wird warm.

Salamis schnecken am zweig

Die netten Herren am Eingang rufen unseren Taxifahrer an. Sie wollen kein Trinkgeld dafür nehmen. Auf Nordzypern geht alles noch so entspannt zu. Das lässt mich von dem Reiseziel mehr und mehr begeistern.

Einst die größte Stadt Zyperns

Nördlich der Stadt Famagusta (rund 6 Kilometer) direkt am blaugrünen Meer gelegen, war Salamis einst eine blühende Stadt mit rund 100.000 Einwohnern. Sie wurde um das Jahr 1075 vor Chr. gegründet. Ihr Besitz wechselte von den Assyrern, Ägyptern, Persern bis zu den Römern und Venezianern. Über die Jahrhunderte entwickelte Salamis sich zur wichtigsten Stadt Zyperns mit eigener Münzprägung und Handel im Mittelmeerraum. Der Hafen von der Stadt lag auf den wichtigsten Handelsrouten.

Während der Zeit der Römer soll die Stadt sehr reich und farbenfroh gewesen sein, die Böden mit kunstvollen Mosaiken verziert, die Marmorstatuen farbig bemalt. Es gab römische Bäder mit Sudatorium (heiß), ein Caldarium (Dampfbad) und Frigidarium (kalt). Das Theater fasste rund 15.000 Besucher auf 50 Sitzreihen. Von oben reicht der Blick übers Meer und die ganze Ausgrabungsstätte.

Salamis Amphitheater Nordzypern

Das Theater

Der geheimnisvolle Gründungsmythos

Laut einer Legende des Tragödiendichters Euripides ging hier Teukros, Sohn des Telemanos an Land. Sein Vater war König auf der Insel Salamis. Teukros kämpfte mit seinem Bruder Ajax im Trojanischen Krieg. Ajax starb im Kampf. Als Teukros nach dem Fall Trojas nach Salamis zurückkehren wollte, wurde er von seinem Vater verstoßen, da er den Tod des Bruders nicht gerächt hatte.  So ging er nach Zypern und gründete die Stadt Salamis. (Quelle: Wikipedia)

Wie wurde Salamis zerstört?

Im Jahr 76 und 331 n. Christus gab es starke Erdbeben, die Flutwellen auslösten. Manche halb nackten Figuren und bunte Mosaikbilder sollen von den Christen als heidnisch angesehen und beschädigt worden sein. Im Jahr 674 n. Chr. fiel die Stadt in die Hände arabischer Invasoren, die sie in Schutt und Asche legten. Die Einwohner flohen. In den Jahren danach diente Salamis als Steinbruch für den Aufbau von Famagusta. Vom Meer wehte der Sand über die Ruinen, bis nur noch die Säulen herausschauten. (Quelle: Nordzypern-Touristik)

Salamis Statuen

Tipps für einen Besuch:

Du solltest dir Zeit nehmen für die Stadt. Sie ist größer als du glaubst. Denke an Sonnenschutz, einen Sonnenhut und Wasser. Die Besucher reisen mit dem eigenen Auto / Mietwagen, Bustouren oder Taxi an. Von der großen Hauptstraße liegen die Ruinen etwas entfernt. Wir fanden den Weg von der Straße nicht sehr schön! Waren doch einige Baustellen zu überwinden. Eine Taxifahrt ist auf Zypern nicht so teuer.

 

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