Asien, Erlebnisreise, Indien, Tanjore, Tanz
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Tanjore, Shiva-Tempel und Tempeltänzerinnen

Tanjore Tempel Tamil Nadu Indien

Tanjore in Südindien, die Landschaft ist saftig grün. Wir sehen Reisanbau sowie gewaltige Gott Shiva geweihte Tempelanlagen. Am Abend dürfen wir indischen Tempeltanz erleben. Was für ein schöner Tag!

Die Region Tanjore, heute Thanjavur) in Tamil Nadu bietet gleich mehrere herausragende Tempelanlagen. Die Stadt Tanjore war einst die Hauptstadt des Chola-Reiches. Hier gibt es gleich mehrere von der UNESCO ausgezeichnete Tempelanlagen.

Auf unserer Fahrt nach Tanjore (Thanjavur) kommen wir an zahlreichen Reisfeldern vorbei. Die Arbeiterinnen sind gerade dabei, neue Setzlinge zu pflanzen. Eine gespannte Schnur hilft ihnen, gerade Reihen zu ziehen. Knöcheltief stehen sie im schlammigen Wasser. Wer einmal gesehen hat, wie viel Arbeit der Reisanbau macht, wird das Produkt mehr wertschätzen.

Reisanbau in Tamil Nadu bei Tanjore

Reisanbau in Tamil Nadu

Tanjore liegt am Mündungsdelta des Flusses Kaveri. Die Landschaft ist grün und fruchtbar. Die Region gilt als Kornkammer des Landes. Bei einem Fischerdorf steigen wir auf Boote um, die uns durch die Pichavaram-Mangrove fahren, dem zweitgrößten Mangrovenwald der Welt. Außer ein paar wenigen Vögeln bekommen wir leider keine Tiere zu sehen.

Der Airavatesvara-Tempel in Darasuram.

In der Kleinstadt Darasuram besichtigen wir den Airavatesvara-Tempel, der seit dem Jahr 2004 UNESCO-Weltkulturerbe ist. Die Anlage gehört zu den drei großen Tempeln der Chola-Dynastie und ist Gott Shiva geweiht. Sie ist von einer großen Mauer eingefasst.

Airavatesvara Tempel Darasuram Indien Tamil Nadu

Airavatesvara-Tempel in Darasuram

Wieder müssen wir unsere Schuhe draußen lassen und betreten durch ein Tor das Tempelgelände. Der Boden ist mit Steinen gepflastert, die sich in der Sonne kräftig erhitzt haben. „Autsch“, das ist nichts für zart gepflegte Füße, denke ich und tippele schnell in den Schatten. Also denke daran, immer Tempelsocken mitnehmen!

Im Innern finden sich in Stein geschlagene Deckenverzierungen, geschmückte Säulen und das Allerheiligste, in das du nie hineinfotografieren darfst! In jedem Tempel findest du auch einen Ganesha, der wie auch andere Götterfiguren mit geschmolzener Butter, Ghee gesalbt wird. Manchen Figuren wurden Blumen geopfert. Man kleidet sie ein und versorgt sie. In einer Nische steht eine in einem violetten Sari gekleidete Göttin.

Tamil Nadu Darasuram Goettin

Die Straße der Seidenweber

Der Ort Darasuram ist für sein Handwerkerviertel bekannt. Der Ort ist recht ruhig und klein. Die Straßen sind nicht so voller Verkehr wie in den Großstädten. In der Straße der Seidenweber hängen bunt gefärbte Seidenfäden vor den Häusern. Du kannst mehr über die Herstellung von Seide lernen oder einfach entspannt spazieren gehen. Die Menschen sind nett, niemand hat uns etwas aufgedrängt.

Die Straße der Seidenweber in Darasuram

Die Straße der Seidenweber in Darasuram

Der Brihadishvara-Tempel in Tanjore.

Direkt in Tanjore, dem heutigen Thanjavur, besuchen wir das Wahrzeichen der Stadt, den Brihadishvara-Tempel. Er hat ein gewaltiges Ausmaß und ist auch dem Gott Shiva geweiht. Allein das Tempelgelände soll 241 × 121 m groß sein. Am Eingang können Gläubige Opfergaben für den Tempel erwerben.

Tanjore Brihadeshwara Opfergaben

Opfergaben für den Tempel

Wir durchqueren gleich mehrere gewaltige Tore, bis wir ins Innere der Tempelanlage gelangen. Tanjore Brihadeshwara Tempel Eingang

 

Auf einer der vielen Wandzeichnungen an der Außenmauer tanzt Gott Shiva als König des Tanzes (Shiva Nataraja) den kosmischen Tanz. Dies symbolisiert die Zerstörung und Wiedererschaffung der Welt. Das Universum bleibt im Glauben der Hindus so lange bestehen, wie Gott Shiva tanzt.

Tanjore Shiva tanzt Brihadeshwara

Shiva tanzt

Tempeltanz Bharatanatyam

Tanjore Tempeltaenzerin

Tempeltänzerin

Als begeisterte Tänzerin freue ich mich über die Verbindung zwischen Tempeln und Tanz. Die indischen Tempeltänzerinnen ehren in Südindien im Bharatanatyam Gott Shiva. Der Tanz hat sich in Tamil Nadu entwickelt. Jede Bewegung hat eine Bedeutung.

Der klassische Bharatanatyam wird auch heute noch unterrichtet. Eine Tänzerin braucht viele Jahre, bis sie in Perfektion tanzen kann. In ihrer Vorführung erzählt sie mythologische Geschichten. Die typischen Haltungen findest du bei in Stein gemeißelten feingliedrigen Tänzerinnen wieder.

In Deutschland habe ich schon einige indische Tanzvorstellungen von der Deutsch-Indischen Gesellschaft gesehen. In regelmäßigen Abständen holt sie indische Künstler/Innen nach Deutschland. Sollte in deiner Stadt so etwas angeboten werden, würde ich es dir unbedingt empfehlen!

Der Tempel ist reich verziert. Es ist immer wieder erstaunlich, welche Kunstwerke aus schweren Granitsteinen entstehen können! Der Turm, Vimana, ist wie eine Pyramide gebaut. Überall an den Säulen und Wänden finden Gottheiten und meine heiß geliebten Elefanten.

Tanjore Elefantentreppe

Beste Freunde

Mehr als 250 Linga!

Wie es sich für einen ordentlichen Shiva-Tempel gehört, enthält das Heiligtum einen vier Meter großen Lingam. An der Außenmauer rund um den Tempel gesellen sich noch 250 Linga-Statuen hinzu. Die Wände zieren Zeichnungen mit mythischen Geschichten. Sie sind so hübsch, am liebsten würde mein Fotografenherz alle festhalten. Der große Nandibulle, das Reittier Shivas, soll mit einer Höhe von fast vier Metern das drittgrößte Indiens sein.

Tanjore Shiva Lingam

Shiva Lingam

In unserem Hotel dürfen wir uns am Abend an einer indischen Tanzveranstaltunge mit Livemusik erfreuen. Junge Damen tanzen mit klingenden Fußglöckchen für uns Geschichten aus dem Bharatanatyam. Wenn wir auch nicht den Inhalt komplett erkennen können, so sehen wir doch die Figuren der Tempel lebendig werden. In unserem Träumen tanzen die hübschen Tänzerinnen weiter durch die Nacht.

Indien – du bist zauberhaft!

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