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Wein, Maroni, Speckknödel – zum Törggelen nach Südtirol

Törggelen Speck

Törggelen, kulinarische Reisen verbinden Genuss und Lebensfreude. Der Journalist Helmut Achatz nimmt dich mit zu einer Stippvisite nach Norditalien zu leckerem Essen und guten Weinen. Saußer trifft auf Messner.

München – Meran in vier Stunden. Klingt nach Stippvisite, ist aber eher ein Kurzurlaub. Raus aus der Hektik, rein ins Genussleben. Hier Bier, dort Wein. Meran ist aber noch mehr als das. Im Südtiroler Kurort vermischen sich zwei Kulturen. Zwar dominiert noch deutsch, das italienische Lebensgefühl ist aber überall zu spüren – die Luft fühlt sich anders an, die Sonne hat eine andere Färbung und die Menschen geben sich entspannter, schließlich sind Auslagen und Straßennamen zweisprachig.

Törggelen

Das Nonnental in Südtirol

Südtirol – individuell oder lieber in der Gruppe?

Wer raus will aus dem Trott, setzt sich einfach ins Auto und fährt über den Brenner oder den Reschenpass Richtung Süden. Es geht aber auch anders: In der Gruppe macht’s freilich noch mehr Spaß – gerade im Herbst bieten Reisebüros Fahrten mehrmals wöchentlich an. Vorteil des Gruppenreisens – keiner muss zurückstecken, wenn die Wirtin Speckknödel, Maroni und Schlutzkrapfen auftischt und dazu den neuen Wein sowie einen Suse – auch als Federweißer oder Saußer bekannt – kredenzt. Genau deswegen pilgern viele ja nach Südtirol im Herbst – des Törggelens wegen.

In den Südtiroler Weinbaugebieten, von Meran bis Tramin, von Kaltern bis Eppan öffnen die Buschenschänken und laden zum Genießen ein. Wer da mit dem Auto hinfährt, ist selbst schuld. Nach zwei Viertel Wein sollte keiner mehr einen Wagen lenken. Schön, wenn dann der Bus wartet und die Zecher ins Hotel bringt. Besser natürlich noch, wenn das Hotel zu Fuß zu erreichen ist. So ein bisschen frische Luft und ein kleiner Spaziergang vor dem Zu-Bett-Gehen helfen beim Verdauen.

 

Törggelen Schlutzkrapfeneisen

Schlutzkrapfeneisen

Was ist eigentlich Törggelen?

Übrigens leitet sich Törggelen von der Weinpresse, der Torggl – auf lateinisch torculus – ab. Beim Verkosten des „Nuien“ gab’s als Zwischenmahlzeit („Marende“) eben ein paar Häppchen Käse, Speck und Schüttelbrot sowie geröstete Kastanien. Mittlerweile servieren die Wirte auch Gerstsuppe, Schlutzkrapfen – und als krönenden Abschluss oft Bauernkrapfen mit Marillen-, Mohn- und Kastanienfüllung. Südtirol hat kulinarisch einiges zu bieten.

Nach so viel Essen empfiehlt sich eine kleine Wanderung oder ein Bummel durch die Laubengasse in Meran. Wem das Wandern zu beschwerlich ist, kann ja nach Bozen fahren und dort Ötzi einen Besuch abstatten oder eines von Reinhold Messners Museen besichtigen, so Schloss Juval. Am Eingang zum Schnalstals überragt es das Etschtal. Der Bergfex Messner präsentiert dort eine umfangreiche Tibetika-Sammlung – und das in wild-romantischem Schloss-Ambiente. Interessant vor allem das kühne Glasdach über dem nach oben offenem Burggemäuer. Das Messner-Museum ist allerdings nur von März bis Ende Juni und von September bis Anfang November geöffnet, denn Messner bewohnt das Schloss zwischenzeitlich.

So eine Auszeit im Herbst hat wohl einige animiert, mehr als nur einige Tage im milden Klima Merans zu verbringen – die Kurstadt an der Etsch ist längst Rentnerdomizil geworden. Gerade viele Deutsche genießen das Ambiente und bleiben für Monate oder sogar für immer.

Über den Autor

Helmut Achatz, Wirtschaftsingenieur, Börsianer und Redakteur bei FOCUS-MONEY, kann auf eine langjährige journalistische Laufbahn zurückblicken. Auf seinem Blog Vor(un)ruhestand informiert er fundiert über Themen wie Finanzen, Zeit, Beziehungen, Gesundheit und Lebenswandel. Nicht erst mit über 50 Jahren werden die Themen Rente & Co. interessant. Du solltest dich früh genug damit beschäftigen. Auf dem Blog findest du wichtige Tipps!

Ich freue mich sehr, den Gastbeitrag präsentieren zu dürfen. Die Bezeichnung Vorunruhestand trifft die Lebensphase sehr gut, in der wir uns vor der Rente befinden.

 

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