Die Mathildenhöhe in Darmstadt ist Ausdruck des Jugendstils mit Gebäuden und Kunstwerken, einem Platanenhain, dem Museum Künstlerkolonie und Künstlerhäusern. Sie war das Ziel unseres Ausfluges mit „Ich bin dabei“ im Mai 2026.
Unsere Bopparder Reisegruppe „Ich bin dabei“ ist auf dem Weg nach Darmstadt, wo wir uns heute die Mathildenhöhe, seit 2021 ein Stück UNESCO-Welterbe, ansehen werden. Nachdem wir mit dem Bus angekommen sind, wird unsere Gesellschaft auf zwei Gruppen geteilt, die jeweils eine*n Stadtführer*in bekommen.
Inhaltsverzeichnis
Was ist die Mathildenhöhe?
Die Mathildenhöhe oberhalb von Darmstadt wurde nach der ersten Ehefrau des Großherzogs Ludwig III. von Hessen benannt. Es handelt sich um einen Gebäudekomplex der frühen Moderne mit Parkanlage. Der Großherzog plante im Jahr 1897 ein Zentrum für die wachsende Reformbewegung in Bezug auf Architektur, Kunst und Handwerk. Zwischen den Jahren 1899 und 1914 entwickelte eine Künstlerkolonie anlässlich mehrerer Ausstellungen verschiedene Gebäude.
Führung auf der Mathildenhöhe in Darmstadt
Eine sehr nette Stadtführerin begrüsst uns und führt uns mit viel Hintergrundwissen und Charme über die Mathildenhöhe. Die Sonne strahlt bei leuchtend blauem Himmel. Damit wir nicht schwitzen, werden schattige Orte wie z.B. der Platanenhain bei den Vorträgen ausgewählt.
So erfahren wir mehr über die Geschichte und Entwicklung des Ortes. Der Jugendstil war damals etwas ganz Neues, das von dem ein oder anderen noch mit Argwohn betrachtet wurde. Allein die vielen Nackerten auf den Bildern und Kunstwerken! Heute erfreuen wir uns an den vielen wunderbaren Kunstwerken.
Der Hochzeitsturm

Hochzeitsturm
Das bekannteste Bauwerk der Mathildenhöhe ist der Hochzeitsturm, heute Wahrzeichen von Darmstadt. Er war ein Geschenk der Stadt als Erinnerung an die Hochzeit des Großherzogs Ernst Ludwig von Hessen mit Eleonore Prinzessin zu Solms-Hohensolms Lich am 2. Februar 1905.
Als wir vor dem Turm stehen, staunen wir über seine Höhe, immerhin 48,5 m. Direkt ins Auge fallen fünf Bögen des Daches, die wie eine Hand aussehen.
Im Inneren der Eingangshalle bewundern wir die beiden großen Wandmosaike „Der Kuss“ mit einem nackten liegenden Paar, das auf Rosen gebettet ist sowie der Glücksgöttin„Fortuna“ mit den fliegenden weißen Tauben zu beiden Seiten.
Ein Aufzug führt zu den sieben Ebenen des Turms wie dem Fürstenzimmer und dem Hochzeitszimmer sowie der Aussichtsplattform mit Rundumblick. Bei unserem nächsten Besuch würden wir uns gerne mehr Zeit für intensivere Besichtigungen nehmen.
Besonders erfreulich finde ich, daß der Turm heute noch für standesamtliche Trauungen zur Verfügung steht. Was für ein romantischer Ort!
Skulpturen im Platanenhain
Der schattige Platanenhain wurde bereits im Jahr 1833 vom Großherzogpaar Ludwig III und seiner Frau Mathilde von Wittelsbach angelegt. Zur Zeit der Künstlerkolonie, zwischen 1904 und 1914, entstanden viele Kunstwerke, die du heute im Park besundern kannst.
Steinrelief Frühling
Bereits in der ersten Ecke des Areals stoßen wir auf ein Steinrelief mit der Bezeichnung Frühling von dem Künstler Bernhard Hoetger. Insgesamt 4 Reliefgruppen mit den weiteren Namen Sommer, Schlaf und Auferstehung sind im Park zu sehen. Während die Inschriften aus der Indischen Mystik entnommen wurden, sind die Figuren eher den Polynesiern aus Bildern Paul Gauguins nachempfunden.

Steinrelief Frühling
Schakale und Löwen
An einer Steinvase ziehen sich an den Seiten zwei Schakale hoch. Sie erinnern mich an die Wüstenhunde des Gottes Anubis, die man in pharaonischen Gräbern der Alten Ägypter sehen kann. Der Totengott überwacht die Einbalsamierung der Mumien. Eine bärtige Maske am Fuß der Wasser soll Unheil abwenden.
- Steinvase mit Schakalen
- Leopard
Sterbende Mutter mit Kind
Eine liegende Figur trägt den Namen „Sterbende Mutter mit Kind“. Mit letzter Kraft stützt sie sich auf einem Arm auf, während ihr Kind auf dem Schoß sitzt. Die Plastik der Malerin Paula Modersohn-Becker war ursprünglich für das Grabmal der Malerin gedacht, die mit nur 31 Jahren nach der Geburt ihres Kindes starb. Sie wurde dann aber von Bernhard Höcker in der Künstlerkolonie dargestellt.

Frau mit Kind
Fünf Löwen dienen als Träger der Skulptur. Die dahinterliegenden Inschriften zeigen Texte aus dem indischen Epos Bhagavad Gita. Wir spazieren weiter durch das Gelände zu dem Wasserbecken.
Das Lilienbecken

Das Lilienbecken
Das Wasserbecken vor der Russischen Kapelle wurde vom Künstler Albin Müller zwischen den Jahren 1913 und 1914 erstellt.
Bei unserem Besuch schimmerte das Wasser ein wenig grünlich, sodass wir ein bisschen Mühe hatten, den Boden zu sehen. Die Fliesen des Beckens zeigen ein Lilienmuster.
Der Schwanentempel
Wenn du auf der runden Kachel in der Mitte des Schwanentempel stehst und redest, kannst du deine eigene Stimme mit einem Hall hören. Es fühlt sich an, als würdest du in einer Arena sprechen. Nur du hörst dieses Phänomen, die umstehenden Personen hören es nicht.
- Schwanentempel
- Künstlervilla Behrens
Das Haus Behrens
Vom Schwanenhaus erkennen wir einige Künstlervillen, wie das Haus Behrens gegenüber. Die Idee hinter den Künstlerhäusern war, dass die einzelnen Künstler nicht nur dort wohnen, sondern auch ihr Haus inklusive Mobiliar als Gesamtkunstwerk erstellen sollten.
Die Villa Behrens wurde für die Ausstellung in 1901 vom Maler und Grafiker Peter Behrens entworfen. Das Gebäude zeigt rotbraunen Eisenklinker mit grünglasierten Verblendziegeln zwischen weißen Verputzflächen. Die Architektur war für die damalige Zeit ungewöhnlich und modern.
Die Russische Kapelle
Mitten in den ganzen Kunstwerken der Moderne leuchten die goldenen Türme der Russischen Kapelle. Die reichverzierte Kirche wurde noch vor dem Entstehen der Künstlerkolonie für Besuche der russischen Zarenfamilie gebaut. Der Hintergrund war die Heirat von Alix, einer Schwester des Großherzogs Ernst Ludwig mit Nikolaus II. Sie nannte sich Alexandra Feodorovna und trat zum russisch-orthodoxen Glauben über.

Russische Kapelle in Darmstadt
Interessant fand ich, dass die Erde auf der sie steht, extra aus Russland an diese Stelle gebracht wurde. Die Kirche ist der Hl. Maria Magdalena gewidmet. Sie kann außerhalb der Messen besucht werden.
Das Ernst Ludwig-Haus
Das Atelierhaus der Künstlerkolonie wurde von Josef Maria Olbrich für die Ausstellung im Jahr 1901 entworfen. Besonders markant ist der Eingang mit den gewaltigen Skulpturen des Künstlers Ludwig Habich, die die „Kraft“ und „Schönheit“ darstellen.

Eingang zum Museum
Im Gebäude selbst werden Werke aller 23 Künstler der Künstlerkolonie Darmstadt gezeigt.
Nach der spannenden und informativen Führung freut sich unsere Reisegruppe „Ich bin dabei“ auf ein leckeres Mittagessen, damit wir wieder Kraft für den zweiten Teil des Ausfluges, die Stadt Bensheim, finden.
Café Restaurant Mathildenhöhe
Wir nehmen unser Essen im Café Restaurant Mathildenhöhe ein, dass direkt auf dem Gelände ist. Plätze sind schon für uns reserviert. Die Speisekarte ist abwechslungsreich und bietet für jeden etwas.
Adresse: Café Restaurant Mathildenhöhe, Sabaisplatz 1, 64287 Darmstadt
Interessante Seiten zur Mathildenhöhe
Weitere Informationen zur Mathildenhöhe z.B. zur Anreise, Sehenswertes usw. findest du auf der Seite von Darmstadt Tourismus und Unesco Welterbe Mathildenhöhe selbst.





