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Reisegewinnspiele – lass dich nicht über das Ohr hauen!

Reisegewinnspiele Vorsicht Nepp

Reisegewinnspiele versprechen kostenlose Reisen, Hotelaufenthalte oder Ferienhäuser. Wer träumt nicht davon? Doch allzu oft ist es auch Bauernfängerei. Es soll etwas verkauft werden. Die einen wollen deine E-Mail-Adresse, andere verkaufen ganze Reisen auf die Art. So ging es mir bei meiner Busreise nach Paris.

Eigentlich hätte mir das nicht passieren dürfen, aber auch ich bin nur ein Mensch und ein sehr reisefreudiger noch dazu. Ich mache gerne bei Gewinnspielen für interessante Reisen mit. Meine Schwester hat auf die Art einige Reisen ergattert. Manchmal trifft es dich in einer Lage, in der du du dir so einen Gewinn sehr herbeisehnst und schnapp schlägt die Falle zu!

Mein Beitrag sollte schon vor Wochen erscheinen. Dann aber passierte das mit Paris und ich fand ihn nicht mehr passend. Im Grunde aber hat es nichts mit dem Reiseziel zu tun. Das kann überall liegen. Bei mir war es damals Paris und ich liebe die Stadt! Sonst hätte ich nicht an dem Gewinnspiel teilgenommen. Hier meine Geschichte:

Parisreise – wir sind alle Gewinner!

Vor ein paar Jahren brachte eine Freundin ein Kreuzworträtselheft mit, bei dem du viele Preise gewinnen konntest. Ich bin zwar kein Kreuzworträtselfan, aber die Parisreise reizte mich. Wir waren schön länger nicht weggefahren. Kurz entschlossen habe ich die Karte mit der Lösung eingesandt. Und siehe da, ich habe sie gewonnen. Der große Haken, sie war nur für eine Person. Die zweite Person durfte für einen Aufpreis mitfahren. Da ich nicht alleine loswollte, habe ich für meinen Mann gebucht.

Es sollte am Abend am Löhrcenter in Koblenz losgehen. Das hätte mich stutzig machen müssen! Busreisen beginnen in Koblenz in der Regel am Hauptbahnhof. Schon bei den Gesprächen um mich herum hörte ich heraus, wir waren alle Gewinner mit Begleitpersonen. Schräg, ein Bus voller Gewinner! Manche hatten die Reise auf einem Weihnachtsmarkt gewonnen, andere auf dem Stadtfest. Der Ursprung des Reisegewinnspiels war höchst unterschiedlich.

Paris per Bus, Gewinnspiel

Mit dem Bus nach Paris

Der Weg nach Paris kann so lang sein!

Das Busunternehmen war nicht aus Rheinland-Pfalz. Wir mussten den Fahrer bereits aus Koblenz herauslotsen. Dann ging es über die ganze Eifel und nicht etwas über die Autobahn, über viele kleine Landstraßen. Überall stiegen Gäste zu, um 1 Uhr nachts sah ich Aachen, morgens um 7 waren wir übermüdet im Pariser Hotel.

Das Hotel an der Stadtautobahn

Unser Hotel in Paris lag direkt an der Stadtautobahn. Paris selbst war so weit weg, dass keine Metrostation vorhanden war. Es gab allerdings eine Bushaltestelle in der Nähe. Mit dem Bus konntest du zur Metro fahren. Gemeinsam mit einer kleinen Gruppe junger Leute machten wir uns auf eigene Faust auf den Weg in die Stadt. Das war sehr umständlich.

Bevor es zum Frühstück ging, wurden wir in einen Tagungsraum geführt. Wir hatten noch keine Zimmer und mussten uns einen langen Vortrag anhören. Paris sei so gefährlich, allein solltest du nie durch die Stadt gehen, du wirst sofort bestohlen, usw. Es wurden dann viele Ausflüge angeboten, fast alle buchten. Das Frühstück durften wir nicht im Restaurant einnehmen, wir bekamen eine karge Version in einem gesonderten Raum.

Gewinnspiel Paris

Sacre Coeur

Die Masche hat nun nicht mit Paris zu tun. Die Reise des Gewinnspiels hätte genau so gut an die Türkische Riviera oder ein anderes Reiseziel gehen können.

Reisegewinnspiele, ein Fazit:

Wenn du die zweite Person sowie die Preise der Ausflüge addierst, so hätten wir die Reise auch gleich selbst bezahlen können. Heute bin ich schlauer. Das Reiseunternehmen gibt es längst nicht mehr. Solche Angebote gelten als unlauterer Wettbewerb und sind verboten.

Damit dir das nicht passiert, solltest du auf Folgendes achten:

  • ist die Reise für eine oder zwei Personen?
  • was kostet eine vergleichbare Reise bei den Reiseveranstaltern?
  • wo liegt das Hotel? Schau bei GoogleMaps.
  • wie sind die Hotelbewertungen z.B. HolidayCheck, Tripadvisor oder Hotelkritiken.

Die Verbraucherzentrale Hamburg führt eine Liste der Anbieter unseriöser Gewinnspiele. Einfach mal vorher hineinschauen! Das sind rund 70 Seiten, mit den Tasten STRG und F kannst du den Anbieter alphabetisch suchen.

Weitere Tipps wie Urlauber abgezockt werden, findest du im Bericht der Telekom.

Was tun bei Gewinnspiel-Abzocke?

Nicht nur Reisegewinnspiele locken ins Verderben. Ganz dreist ist die Masche der Callcenter. Du bekommst einen Anruf mit der Mitteilung, dass du in die engere Auswahl für einen BMW, Audi, Einbauküche oder einen größeren Geldbetrag über 100.000 Euro gekommen bist.  Es folgt eine länger Befragung, ob du lieber Bargeld oder den Gewinn möchtest. Dann langes Blabla. Bei mir war es eine Nummer einer Media Soundo aus 0561 825…

  • Gib niemals deine Bankdaten heraus!
  • Bei Gewinnen musst du nie etwas bezahlen! Wirklich nie!
  • Du brauchst keine Zeitschrift zu abonnieren.

Einen Leitfaden zur Hilfe findest du unter Antispam.

Vor Kurzem kam eine interessante Sendung beim SWR über die Callcenter Connection im Fernsehen. Viele Firmen sitzen im Ausland z.B. in Istanbul. Die angezeigte Nummer ist gefaket. Da helfen weder die Rückwärtssuche, noch Institutionen wie Polizei, Ämter etc. Die Telefonnummern sind vorgeschaltet. Selbst die Namen der Anrufer/innen stimmen häufig nicht. Sie tragen meist deutsche Namen, um dich einzulullen. Einige „Gewinner“ überwiesen hohe Geldbeträge für die Überführung vermeintlicher Pkws, Steuern oder andere Gebühren. Das Geld war weg! Wenn die Firmen vom Ausland aus arbeiten, ist es schwierig an sie ranzukommen.

Es hilft nur ignorieren und auflegen! Die Callcenter-Betreiber versuchen gezielt ältere Leute zu betrügen. Sie scheuen auch vor Drohungen nicht zurück. Wer einmal etwas überwiesen hat, bekommt immer mehr Anrufe.

Hast du schon bei Reisegewinnspielen etwas gewonnen? Wie sind deine Erfahrungen?

8 Kommentare

  1. Interessant. Ich hab mich immer gefragt, wie solche Bauernfänger-Reisen wohl in der Realität aussehen. Gewonnen habe ich noch keine, aber meinem Papa mal so eine Super-Sonderangebot-Türkei-Reise ausgeredet. Wenn er noch mal mit sowas ankommt, hab ich jetzt was in der Hand, das ihn vielleicht eher überzeugt. :)

    Viele Grüße,
    Lena

  2. Reisefieber sagt

    Liebe Lena,
    zwei meiner Schwestern haben mal unabhängig von einander die gleiche Türkeireise gewonnen (Winter, unbekannte Fluggesellschaft, 1 Person). Die zweite Person hätte bezahlen müssen. Im Endeffekt war der Preis so hoch wie eine Reise für 2 Personen. Gerade die Türkische Riviera ist im Winter oft sehr preiswert. Die vielen Hotels stehen sonst leer. Einfach mal bei den Veranstaltern die Preise prüfen.

    Lieben Gruß
    Renate

  3. Das klingt ja wirklich gruselig – von diesen Maschen habe ich auch schon gehört.
    Ich muss allerdings gestehen, dass ich auch öfter bei Reisegewinnspielen mitmache. Zweimal hatte ich bereits Glück und es war jedes Mal super :-)
    Liebe Grüße
    Franzi

    • Reisefieber sagt

      Liebe Franzi,

      ich nehme auch gerne an Reisegewinnspielen teil, meist aber direkt bei den Reiseveranstaltern direkt. Wunderbar, dass du etwas gewonnen hast. Es gibt auch ordentliche Firmen. Man sollte sich nur vorher informieren und vorsichtig sein.

      Liebe Grüße
      Renate

  4. Ich bin über diesen Artikel auf deinen Blog gestoßen – danke für deine Offenheit! Solch ein Thema wird viel zu selten angesprochen und erspart vielleicht einigen Menschen eine stressige Reise und unnötige Kosten.

    Liebe Grüße!

    • Reisefieber sagt

      Liebe Maria Anna,

      Freut mich, dass der Artikel dir gefällt. Das Thema ist viel zu wichtig, als dass wir es nicht ansprechen. Die eigene Freizeit ist ein sehr kostbares Gut, nicht nur das Geld.

      Liebe Grüße
      Renate

  5. Die Schwiegermama meines Bruders hat sich ja (ich meine, da ging’s um irgendwas Versicherungstechnisches, also kein Reisegewinn-, sondern allgemeiner Telefonbetrug) mal eine Viertelstunde mit einem Anrufer gestritten, der zum Abgleich ihre Bankdaten wissen wollte, um zu „erkennen, ob die dort im System auch korrekt hinterlegt seien“. Sie hat ihn daraufhin aufgefordert, er solle ihre Kontonummer ihr doch vortragen, sie würde dann schon sagen, ob das ihre sei. Nee, das ginge ja nicht; Datenschutz und so, nachher sei das nicht ihre und sie habe dann fremde Bankdaten erfahren. Ja, aber er könne ihr ja einfach die Bankleitzahl nennen und die letzten zwei oder drei Ziffern der eigentlichen Kontonummer?! Nee, das lasse der Datenschutz auch nicht zu. Es sei nur okay, wenn sie ihre vollständige Nummer durchgäbe. :/
    Sie hat letztlich verlangt, die Firma möge doch schriftlich bei ihr nachfragen; die Adresse hätten sie ja wohl; und aufgelegt.
    Auf den Brief wartet sie immer noch. :/

    Aber da dachte ich auch bzw. denke es noch immer, dass viele Menschen wohl spätestens nach dieser „Datenschutzbesorgnis“ einknicken könnten, vonwegen „ja, wenn der sagt, dass das anders nicht erlaubt ist, dann ist das wohl okay und auch seriös. Ich weiss zwar selbst nicht, ob’s da überhaupt ein Gesetz gibt, aber wenn das schon so erwähnt wird, dann ist das bestimmt eine Firma, die sehr viel Wert darauf legt, sich gesetzeskonform zu verhalten.“

  6. Reisefieber sagt

    Liebe Tanja,
    der war aber sehr hartnäckig! Ich kenne das nur bei Kunden, bei denen der abgebuchte Betrag zurückgegangen ist, weil die Kontonummer oder Bankleitzahl falsch war. Manchmal ist das Konto nicht gedeckt oder die Bank hat fusioniert. Dann darf man aber immer noch seine Bankverbindung einschicken. Wer kann schon sicher sein, wer an der anderen Leitung ist!

    Ganz lieben Dank für deinen netten Kommentar.
    Liebe Grüße
    Renate

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