Asien, Kathmandu, Kultur & Events, Nepal
Kommentare 2

Swayambhunath – heiliger Buddhatempel mit vielen Affen

Die Stupa von Swayambhunath in Kathmandu

Den Swayambhunath, einer der ältesten buddhistischen Tempel der Welt, bezeichnen ausländische Besucher gerne als Affentempel. Er ist einer der wichtigsten Sehenswürdigkeiten von Kathmandu. Buddha wurde hier schon vor mehr als 2000 Jahren angebetet.

Am frühen Morgen fahren wir zum berühmten Affentempel, dem Swayambhunath. Der Himmel ist blau und die Sonne strahlt. Getränke oder gar Lebensmittel lassen wir lieber gleich im Bus. Von den bissigen Affen haben wir nichts Gutes gehört.

Der Swayambhunath Tempel in Kathmandu

Auf einem Hügel im Nordwesten von Kathmandu liegt der Swayambhunath Tempel, einem der Wahrzeichen der Stadt. Neben Borobodur auf Java, Indonesien soll er eines der ältesten buddhistischen Tempel der Welt sein. Immerhin wird sein Alter auf 2000 Jahre geschätzt! Er wird auch Monkey Tempel genannt, weil sich in der Anlage zahlreiche Affen befinden. Es müssen wohl Hunderte von ihnen sein.

Der Pilgerweg führt über eine Treppe mit 365 Stufen, zu deren Seiten sich Buddhastatuen befinden. Hier wirst du auf viele Affen treffen. Achte darauf, kein Essen mitzunehmen und nicht in der Tasche zu kramen. Die Tiere sind durchaus aggressiv und können beißen. Wer den schweißtreibenden Aufstieg scheut, kann auch bequemer zur Anlage gelangen.

Manushri-Stupa

Manushri-Stupa

Wir erreichen den Swayambhunath Tempel über einen Eingang auf der Seite. Über der Manushri Stupa wehen die bunten Gebetsfahnen und tragen die Gebete mit dem Wind fort. Manushri stellt den Buddha des Wissens und des Lernens dar. Affen turnen auf der weißen Stupa mit den sehenden Augen Buddhas. Sie finden sich in allen Größen überall!

Ein Swimmingpool für heilige Affen

Hinter dem See des Friedens sehe ich eine ganze Affenhorde. Es scheint ihnen an nichts zu fehlen, so findet sich hier gar ein eigener Pool, in dem sie sich in der Hitze des Sommers bestens abkühlen können. Die kleinen Äffchen sind ja wirklich süß, trotzdem habe ich jede Menge Respekt besonders vor den großen!

Die Affen vom Monkey Tempel

Die Affen vom Monkey Tempel

Ein Swimming Pool für Affen bietet der Tempel Swayambhunath in Kathmandu

Ein Swimmingpool für Affen

Ein Tempel für die Göttin Hariti

Auf dem Gelände liegen mehrere Votivschreine zu Ehren Verstorbener sowie ein kleiner Hindutempel der Göttin Hariti, die vor Pocken und Kinderkrankheiten schützen soll. Sie wird sowohl von Hindus als auch Buddhisten verehrt. Viele Frauen stehen vor dem Tempel an, um ihre Opferungen und Gebete für ihre Kinder durchzuführen.

Schreine für die Verstorbenen

Schreine für die Verstorbenen

Einer der Schreine, der große Anantapur Schrein, wurde bei dem Erdbeben im Jahr 2015 zerstört.

Tempel der Göttin Hariti in Swayambhunath, Kathmandu, Nepal

Tempel der Göttin Hariti

Gebetsmühlen schicken Wünsche in den Himmel

Wir umrunden die Stupa von Swayambhunath im Uhrzeigersinn. Die Gläubigen drehen die 211 Gebetsmühlen mit dem ewigen Mantra „Om mani padme hum“ – oh Juwel in der Lotusblüte. Mit dieser Handlung wollen sie nicht nur ihr Karma verbessern, die Gebete sollen auch das Leid der fühlenden Wesen verringern. Jede Drehung entspricht einem Gebet. Wie viele Gebete werden da wohl heute in den Himmel gesendet?

Gebetsrollen mit dem Mantra am Monkey Tempel in Kathmandu

Gebetsrollen mit dem Mantra

Die Legende von Swayambhunath

Im Kathmandutal lag einst ein großer See, aus dem Lichtfontänen stiegen. Ein Bodhisatva (erleuchtetes Wesen) kam nach einer Vision zu dem See, um Buddha zu huldigen. Nachdem er den Seen nicht überqueren konnte, warf er an dieser Stelle Lotussamen hinein. Eine Lotusblüte wuchs, aus der eine blaue Flamme leuchtete. Über viele Jahre beteten die Gläubigen den See mit dem Lotus an. Swayambhunath bedeutet daher auch: „Der aus sich selbst erstandene Gott.“ Hier wurde Buddha in seiner Urform angebetet.

Der Schrein des Swayambhunath im Detail

Der Schrein des Swayambhunath im Detail

Später erreichte der Bodhisattva „Manjushri“ den See. Er meditierte auf den Bergen von Nagarkot, um eine Lösung zu finden, wie die Gläubigen näher an die Lotusblüte herankommen könnten. Dann schlug er mit seinem Schwert eine Schneise in die Mahabharata Berge und ließ Wasser abließen. So wurde der heilige Fluss Bagmati geboren, der das Tal fruchtbar macht. Er fand „Swayambhu“ auf einem Hügel und errichtete die Stupa.

Der Buddha Park Amideva

Nicht weit entfernt ist der Amideva Buddha Park, der im Jahr 2003 gegründet wurde. Golden glitzern die drei gewaltigen Buddhastatuen in der Sonne. Buddha schaut hier ruhig sitzend über seine Besucher hinweg auf die Berge. Die Figur auf der rechten Seite soll Guru Rinpoche, einen buddhistischen Lehrer zeigen. Rechts sitzt der zukünftige Buddha Maitreya. In der Mitte findest du den heutigen Buddha. Die Statue ist rund 20 Meter hoch. Er soll der größte Buddha aus Zement in Nepal sein.

In Nepal habe ich zum ersten Mal erfahren, dass es mehrere Buddhas gibt. Ich bin bisher immer nur von dem einen, Siddharta Gautama, ausgegangen, der in Lumbini geboren wurde. Damit liege ich aber völlig falsch. Ein Buddha ist kein Gott, sondern ein Mensch, der aus eigener Kraft die Vollkommenheit seines Geistes erlangt hat. Diese erleuchteten Wesen kommen doch häufiger vor.

Amideva Buddha Park in Kathmand

Amideva Buddha Park

Stufen führen zu einer Plattform, auf der wir die Statuen im Uhrzeigersinn umrunden. Bunte Dekorationen mit Blumen, Elefanten und Figuren zieren die Basis. Auf der Rückseite sehen wir zahlreiche Besucher, die einem künstlich geformten Berg fotografieren, der wohl den Himalaya repräsentiert. Goldene Figuren und kleine Tempel stehen zu seinen Füßen.

Weitere interessante Reiseberichte von Bernhard Peter findest du unter Nepal und von tumtrah unter Kathmandu, die beide vor dem großen Erdbeben da waren.

Für uns geht die Reise weiter nach Bodnath. Mehr über Kathmandu findest du hier.

2 Kommentare

  1. Hallo Renate,

    die Geschichte von Buddha ist schon interessant. Ich kenne auch nur einen Buddha. Dafür spricht man zumindest in Thailand von „Erleuchteten“, die ins Nirwana eingegangen sind und somit den Kreislauf von Geburt und Wiedergeburt durchbrochen haben. Was mich am Buddhismus so fasziniert, ist eine seiner vier Wahrheiten: Alles Leiden entsteht durch Begierde und Wünsche!
    In unserer Welt des Kapitals kannst du nichts werden, wenn du keine Wünsche hast. Das ist eigentlich paradox. Buddhistisch übersetzt heißt das für mich: Erzeuge mit deinen Wünschen deinen eigenen Leidensweg.

    Liebe Grüße
    Peter

    • Reisefieber sagt

      Lieber Peter,

      ich war vor Ort auch überrascht als der Reiseleiter von mehreren Buddhas sprach. Wir kenne nur den Siddharta Gautama. Daheim habe ich dann ein bisschen recherchiert. Der Buddhismus ist recht interessant und vieles leuchtet mir ein.

      Wie du schon sagst, wir schaffen unser Leiden mit den vielen Wünschen und Begierden selbst. Bei uns geht es nur um Selbstverwirklichung. Die Wahrheit liegt wohl irgend wo zwischen den beiden Extremen.

      Liebe Grüße
      Renate

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*