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Wie ich in New Orleans das Gruseln lernte

Gruseln in New Orleans.

Voodoo, Vampire, Friedhöfe und schaurige Geschichten – in New Orleans lässt es sich leicht gruseln. Bei einer Gruselführung im French Quarter lerne ich die dunkle Seite der Stadt kennen. Ich stöbere in Voodoo Shops und lerne mehr über die berühmteste Voodoo Königin. Im Big Easy ist das Leben nicht immer nur einfach!

Gruseln im French Quarter

Wir treffen uns bei Anbruch der Dunkelheit vor „Reverend Zombie‘ s House of Voodoo“ sagte man uns. Ein Pfarrer des Voodoo, der gleichzeitig ein Zombie ist? So etwas gibt es nur in New Orleans. Als wir in der 723 St Peter Street ankamen, stellen wir erleichtert fest, dass sich hinter dem geheimnisvollen Namen ein Geschäft für Voodoo Artikel verbirgt, dass den Gründern des Marie Laveau Shops gehört. Dazu aber später!

Wir buchen eine „Haunted Tour“, die uns in zwei Stunden durch die gruselige Geschichte der Stadt führen soll. Es sind wenige Wochen bis Mardi Gras, New Orleans ist voller Besucher und Gruseltouren sind gefragt. So werden wir in drei Gruppen eingeteilt, die jeweils einen eigenen Führer erhalten. Es geht los.

Reverend Zombies Voodoo Shop

Reverend Zombies Voodoo Shop

Mit unserem Guide wandern wir durch die dunklen Gassen der Stadt und hören fasziniert, was er uns über Big Easy zu erzählen hat.

Spukende Seelen in den Geisterhäusern

Wir lernen, dass es in New Orleans nur so an Geisterhäusern (Haunted Houses) wimmelt, in denen es spuken soll. Meist handelt es sich bei den Geistern um unglückselige Verstorbene, die nicht zur Ruhe kommen können. Auch das ein oder andere Hotel hat seinen Hausgeist. Eine Dame in unserer Gruppe kreischt ängstlich „This is my hotel“, als wir gerade davor stehen.

„So sollen im Hotel Place D’Armes in der St. Ann Street in so manchen Nächten Kinder lachen. Sie wuseln durch die Gänge, ein Kind fragt gar nach seiner Oma. Die Geschichte hinter dem Gruseln: Das Hotel war einst eine Schule, bis im 18. Jahrhundert ein Großbrand wütete. Die Kinder und ihre Lehrer kamen ums Leben, ihre Seelen spuken jetzt durch die Gänge.

Warum New Orleans so anders ist

Wir erfahren, dass die Kolonie New Orleans einst hauptsächlich aus ehemaligen Strafgefangenen und Nonnen bestand. Das Bevölkerungswachstum war logischerweise gering, bis man einen Hilferuf an den französischen König schickte. Dieser ließ kurzerhand zahlreich Prostituierte in Paris festnehmen und verschiffte sie nach Louisiana. Kein Wunder, dass diese Stadt auch heute noch so anders ist, als andere Städte in den USA!

Krankheiten und Katastrophen

New Orleans hat eine leidvolle Geschichte hinter sich. Es gab immer wieder Hungersnöte, Epidemien wie Gelbfieber und Cholera, an denen Tausende Einwohner starben. Bei Hochwasser wurden früher manchmal Leichen hochgespült, bis man dazu überging, die Verstorbenen in übererdigen Gruften außerhalb der Stadt zu bestatten. Kein Wunder, bei einer Stadt, die mitten im Sumpfland rund 1,80 Meter unter dem Meeresspiegel liegt! Wir werden an einem anderen Tag auch noch einen der berühmten Friedhöfe besuchen.

Grab auf dem Friedhof in New Orleans

Hier liegt nicht Marie Laveau

Axeman – der Mörder mit der Axt

Wir stehen in der Einfahrt einer ehemaligen Bäckerei und hören die grauenhafte Geschichte des Serienmörders Axeman, der zwischen 1911 und 1919 nachts in die Häuser seiner Opfer eindrang. Er erschlug die Schlafenden mit seiner Axt in ihren Betten. Sein Tatwerkzeug und Tarotkarten ließ er am Tatort liegen. Nichts wurde gestohlen, die Türen und Fenster waren auch nach der Tat verschlossen, was zum Gerücht führte, es könne sich um einen Geist handeln.

Im Jahr 1919 erhielt die New Orleans Times-Picayune ein Bekennerschreiben von jemanden, der sich als Axeman und Geist aus der Hölle ausgab. Er empfahl den Einwohnern von New Orleans auszugehen und den Jazz Bands zu lauschen. Denn jeder, der Dienstagnacht sich beim Jazz vergnügt, solle von der Axt verschont werden. Die Einwohner hielten sich daran. Der Fall Axeman wurde nie aufgeklärt. Quelle: Praeriegosts.

Morbider Charme in New Orleans

Morbider Charme in New Orleans

Die zwei aufregenden Stunden durch die dunklen Gassen des French Quarters enden in der ältesten Bar des Landes, dem Lafitte’s Blacksmith Shop in der Bourbon Street. Der Legende nach sollen die Piraten John und Pierre Lafitte in der alten Schmiede Schmuggel und Sklavenhandel betrieben haben. Lafitte soll heute noch ab und zu hier einen trinken und den Gästen in der Toilette begegnen.

Ich habe ihn nicht getroffen aber ich war ja auch auf der Damentoilette. Ein bisschen gruselig war sie trotzdem, da sie ein Schild mit der Aufschrift „Spülung nicht mit den Füßen betätigen“ trug.

Gruseltouren in New Orleans

Die Stadt ist voll solcher Gruselgeschichten. Wir haben bisher zwei Gruseltouren mitgemacht und immer wieder unterschiedliche Storys gehört. Bei den meisten handelte es sich um tatsächliche Fälle wie Morde, Brände, Horror aus der Zeit der Sklaverei. Je nach Guide wirst du immer wieder Neues erfahren.

Tipp: Die Führungen werden in englischer Sprache von Haunted History Tours durchgeführt. Du solltest schon recht gut Englisch sprechen, um auch wirklich mitzukommen. Es handelt sich dabei um Ereignisse, die in Archiven dokumentiert wurden und paranormale Sichtungen. Die French Quarter Ghost & Legends Tour (New Orleans Ghost Tour) startet um 18:00 und um 20:00 Uhr.

Die 2-stündige Gruseltour findest du bei Getyourguide (*Affiliate)

Vampirgeschichten in New Orleans

Anne Rice bei Amazon *Affiliate

New Orleans soll auch eine Hochburg der Vampire sein. Die Vampirführungen laufen jedenfalls richtig gut. Der Trend ist auf die Bücher der Schriftstellerin Anne Rice zurückzuführen. Ihr Bestseller „Interview mit einem Vampir“ wurde im Jahr 1994 in New Orleans verfilmt.

Er war ein Kinoknüller! Danach folgten die „Vampirchroniken“ und z.B. Filme anderer Autoren wie „American Horror Story“. Das Thema Vampire, Hexen und Co. ist sehr beliebt.

Die Schriftstellerin Anne Rice wurde in New Orleans als Tochter irischer Einwanderer geboren und katholisch erzogen. Sie lebte mit ihren Eltern in der St. Charles Avenue im Irish Channel, einem Stadtteil voller Iren. Ihrem Romanen merkst du es an, dass sie sich im Big Easy auskennt.

Tipp: Es werden in New Orleans auch spezielle Vampirführungen angeboten.

Nachdem ich ohne Führung keine Vampire in New Orleans persönlich getroffen habe, kann ich dir auch kein Foto dazu liefern. Aber du weißt ja, gegen Vampire kannst du dich aber wappnen – mit Knoblauch!

Knoblauch hilft gegen Vampire

Knoblauch hilft gegen Vampire

Voodoo – Religion oder Hokuspokus?

Skurriles und Gruseln im Voodoo Shop von Marie Laveau

Gruseln im Voodoo Shop

Gruseln kannst du dich auch in den Geschäften für Voodoo Bedarf. Da finden sich Skelette, Hasenpfoten als Amulett, Schlangen und einiges mehr. Du kannst Voodoo Puppen mit Nadeln kaufen oder auch farbige Kerzen, die für verschiedene Zwecke verwand werden. So manches ist für die Touristen gemacht, aber Voodoo wird in New Orleans auch als Religion angesehen.

Der Kult kam mit den afrikanischen Sklaven in die Stadt, die aus Westafrika stammen. Im Voodoo wurden nicht nur Gottheiten angebetet, sondern auch Kranke mit Kräutern und Tinkturen geheilt. Nach ihrer Ankunft wurden die afrikanischen Sklaven zwangsweise katholisch getauft, was zu einer Vermischung beider Religionen führte.

Die Voodoo Priesterinnen sollen aber nur Weiße Magie anwenden, um Gesundheit, Glück und Erfolg zu bringen. Du kannst tatsächlich auch spezielle Voodoo Riten buchen. Die Geschichten um Schwarze Magie und Zombies sind Erfindungen Hollywoods, die es gerne ein bisschen gruseliger verpacken, damit die Kasse auch so richtig klingelt!

Tipp: Gruseln lernen – besuche das kleine Voodoo Museum im „Marie Laveau’s House Of Voodoo“ in der 739 Bourbon Street. Mit seinen vollgestopften Räumen ist es sehr skurril!

Marie Laveau, die Voodoo Queen

Marie Laveau bei Amazon *Affiliate

Die berühmteste Voodoo Priesterin in New Orleans war Marie Laveau, deren Geist auch heute noch durch die Stadt weht. Die Kreolin lebte als Tochter eines weißen Farmers und einer Farbigen zwischen 1801 und 1881 im French Quarter.

Marie Laveau arbeitete als Friseurin und kehrte so in den Häusern reicher Damen ein und aus. In ihrem Beruf hörte sie viele private Geschichten und Klatsch und Tratsch. Bald sprachen sich auch ihre magischen Fähigkeiten herum. Als Voodoo Priesterin half sie den reichen Familien bei der Suche nach Arbeit, Ehemännern und sonstigem Geld- und Liebeszauber. Marie Laveau tat viel für die Armen und Kranken. So arbeitete sie als Krankenschwester bei der großen Gelbfieberepidemie.

Die Königin des Vodoo, Marie Laveau, ist auf dem ältesten Friedhof von New Orleans, Louis Cemetery Nr. 1, begraben. Ihr Grab ist heute noch ein Ziel ihrer Anhänger, die nach Rat suchen und Blumen, Geld, Zigarren oder Rum an ihre Grabstätte legen.

Tipp: Das Grab von Marie Laveau kann nur noch innerhalb einer Führung besucht werden.

Gruseln auf Reisen: Hat es dich bei deinen Reisen schon einmal gegruselt? Sag es mir.

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