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Der Geirangerfjord – unsere Fahrt auf den Dalsnibba

Im UNESCO-Welterbe Geirangerfjord stürzen sieben Schwestern vom Berg und ein norwegischer Trunkenbold verwandelt sich in einen Wasserfall, der eine Schnapsflasche umspült. Die norwegischen Fjorde sind voller Naturwunder und Geschichten.

Es ist kurz nach 4.30 Uhr und der Tag bricht an. Schon am frühen Morgen staune ich von meinem Bett aus über die an mir vorbeiziehenden Landschaften. Von der Balkonkabine eines Kreuzfahrtschiffes kannst du entspannt im Liegen die Natur bewundern. Die Costa Pacifica fährt gerade durch den 86 Kilometer langen Storfjord. Von ihm zweigen zahlreiche Nebenfjorde ab, von denen der Bekannteste der Geirangerfjord ist.

Der bekannteste Fjord Norwegens – der Geirangerfjord

Der Geirangerfjord gehört zu den Highlights Norwegens. Mit seinem tiefblauen Wasser, umgeben von majestätischen Berggipfeln, von denen Wasserfälle ins Tal rauschen, hat er es nicht umsonst in die Liste der UNESCO Welterbestätten gebracht. Der Geirangerfjord ist 15 Kilometer lang und mehr als 250 Meter tief. Am Ende des Fjordes liegt das Örtchen Geiranger, Ziel aller Besucher.Gäste schauen vom Deck der Costa Pacifica auf den Geirangerfjord

Als die Landschaftsbilder immer dramatischer werden, sausen alle Kreuzfahrtgäste ans Deck oder auf ihre Balkone. Als die „Sieben Schwestern“ (Norwegisch dei sju Systrene) stürzen sieben Wasserfälle nebeneinander senkrecht in die Tiefe. Auf der gegenüberliegenden Seite ist der Wasserfall „Freier“ (Norwegisch Friaren) zu bewundern.

Die Sage berichtet, dass Freier eine der schönen sieben Schwestern heiraten wollte und um ihre Hand anhielt. Sie gab ihm eine nach der anderen einen Korb und blieben unverheiratet. Daraufhin ertränkte Freier seinem Kummer im Alkohol und wurde zum Trunkenbold. Noch heute umspült er als Wasserfall den Felsen, der einer Flasche gleicht.

Das Örtchen Geiranger in Zahlen

Das Örtchen Geiranger selbst hat rund 230 Einwohner. In der Saison kommen ca. 400 Arbeitskräfte im Umfeld des Tourismus hinzu, um die Gäste zu betreuen. Das ist auch nötig, besuchen doch mehr als 200 Kreuzfahrtschiffe jedes Jahr die Region. An Spitzentagen können das 5 Schiffe und rund 7000 Menschen sein. Da ist Logistik gefragt! So ist unser Reiseleiter Alessandro aus der Nähe von Mailand, Italien.

Eine Bustour mit Geschichten rund um den Geirangerfjord

Wir haben einen Ausflug mit dem Namen „Ansichten von Geiranger“ gebucht, der um 14 Uhr startet. Unser Reiseleiter lässt uns an den Geschichten der Region teilhaben, während wir die enge Passstraße befahren. So ist die Passstraße im Winter zwischen Ende Oktober und Ende Mai meist wegen des Schnees gesperrt. Das Örtchen fällt dann in einen Winterschlaf. Zum Teil gibt es auch keine Fährverbindung mehr, nicht einmal ein Hurtigroutenschiff.

Die Einwohner leben hauptsächlich vom Tourismus. Es gibt keine Bank, nur einen Geldautomaten, ein Lebensmittelsgeschäft, ein ganzjährig geöffnetes Hotel, das Union Hotel Geiranger, und eine Tankstelle. Das Leben in der Natur kann recht einsam sein und ein bisschen gefährlich! Es gibt kein Krankenhaus am Ende des Fjordes. In Notfällen muss der Patient mit dem Hubschrauber transportiert werden. Im Sommer findest du Platz auf einem der 10 Campingplätze und den rund 4 Hotels.

Die Adlerstraße mit einmaligen Blick auf den Fjord

Über die Ørnevegen, die Adlerstraße fahren wir in engen Haarnadelkurven den Berg hinauf, um am Aussichtspunkt Ørnesvingen den Blick über den Fjord zu genießen. Der Gipfel des Dalsnibba, der Berghof Knivsflå und die berühmten Wasserfälle die „Sieben Schwestern“ sind zu sehen. Mit uns liegen die MSC Poesia und die Rotterdam von Holland-America Lines im Hafen.

Blick auf Geiranger

Fahrt zum Dalsnibba

Über die 15 geht die Fahrt Richtung Djupvatn-See vorbei an einem Wasserfall und kleinen Gehöften. Die alte Straße mit dem Namen Knuten (=Knoten) war noch schmaler. Eine kleine Brücke mit der Wegführung wie ein Knoten ist noch zu sehen.   Schon damals versuchte man, die Steigung bestmöglich zu überwinden.

Hotel Djupvasshyatta Geiranger

Beim Hotel Djupvasshytta machen wir eine Pause. Das kleine Hotel liegt malerisch am Djupbatn-See. Ein hübsches Plätzchen, um in der Natur zu übernachten. Das familiär geführte Haus bietet nicht nur ein Restaurant mit Touristenshop, sondern auch einige Zimmer. Wir genießen leckere Blätterteigteilchen mit Äpfeln und Marzipan und Kaffee. Der See sieht richtig romantisch aus. Adresse: Stranda, 6216 Geiranger, Norwegen

Djupbatn See Geiranger Norwegen

Jetzt wird es richtig abenteuerlich. Der Dalsnibba ist nur über eine schmale, kostenpflichtige Privatstraße erreichbar. Unser Bus klettert die letzten Höhenmeter der Nibbevegen bis auf den 1.500 Meter hohen Gipfel.Straße zum Dalsnibba

Trotz einsetzenden Nieselregens haben wir einen atemberaubenden Blick auf die Berge, blaufarbenen Gletscher und tief unter uns liegenden Fjord.Gletscher Blick vom Dalsnibba

 

Alessandro klärt uns über die vielen kleinen aufgeschichteten Steinhaufen aus. Sie wurden von Besuchern errichtet, vier aufgeschichtete Steine bedeuten, dass du wieder kommen willst. Sie erinnern auch an Norwegens Trolle.Steinhäufchen und Geirangerfjord

Auch wir würden gerne wieder nach Norwegen zurückkommen! Vielleicht übernachten wir dann in einem romantischen Hotel an einem See oder Geirangerfjord.

SWR3 zeigt ein Video aus der Reihe Schätze der Menschheit über den Geirangerfjord mit spektakulären Landschaftsbildern zum Träumen. Schau mal rein!

Welche Naturkulisse hat dich je beeindruckt?

2 Kommentare

  1. Brigitte sagt

    Norwegen hat so eine wunderbare Landschaft, denke gerne dran zurück.
    Wir haten allerdings besseres Wetter!

  2. Boah, das sieht fast genauso aus wie der Milford Sound in Neuseeland 🙂 Schade, dass so viele riesige Kreuzfahrtschiffe das Bild ein bisschen beeinträchtigen.

    Norwegen steht definitiv ziemlich weit oben auf meiner Reise-Liste – wenn es nur nicht so teuer wäre…

    Schönen Gruß
    Michelle

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