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MS Alexander von Humboldt, unsere Kreuzfahrt über den Amazonas

Unsere Amazonaskreuzfahrt

Manchmal werden Lebensträume wahr! Was du auf einer Kreuzfahrt auf dem größten Fluss der Erde, dem Amazonas erleben kannst.  Eine Flusskreuzfahrt von Manaus nach Iquitos in Peru weiter über Leticia in Kolumbien bis Belém zum Mündungsdelta. Spartipps für Jubilare.

Eine Amazonaskreuzfahrt zum 50. Geburtstag

Runde Geburtstage sind etwas Besonderes. Ein 50. Geburtstag, die Mitte unseres Lebens sozusagen, ist der ideale Anlass sich einen Reisetraum zu erfüllen, der schon lang in einem schlummerte. In diesem Alter haben wir schon vieles gesehen und erreicht, doch gibt es da noch diese außergewöhnlichen Ziele, die auf uns warten.

Bei meinem Mann war es der mächtige Amazonas. Was haben wir alles von ihm gelesen oder im Fernsehen bewundert. Der größte Fluss der Erde, wie gewaltig er doch ist, umgeben vom größten Regenwald mit seinen exotischen Tieren und Pflanzen. Das wollten wir einmal erleben!

Nun kannst du über den Fluss auch wie die Einheimischen in kleinen Booten schippern und des Nachts in der schwülen Hitze in einer Hängematte schlummern. Das war uns dann doch etwas zu abenteuerlich! Die Lösung fand sich als der Katalog von Phoenix Reisen in Bonn in unser Haus flatterte. Wer den Veranstalter nicht kennt, es handelt sich um ein traditionelles Familienunternehmen, welches seit 1974 Kreuzfahrten in alle Welt über Flüsse und Meere anbietet. Bekannt ist Phoenix auch aus der TV-Dokuserie Verrückt nach Meer.

Amazonasboote

Quelle: Pixabay werner22brigitte

Unser Schiff: Die MS Alexander von Humboldt

Bei der MS Alexander von Humboldt handelt es sich um ein Expeditionsschiff, nicht zu verwechseln mit dem berühmten Segelschulschiff mit den grünen Segeln. Unser Schiff wurde 1989 in der Ukraine gebaut. Es sollte ursprünglich für die sowjetische Marine als Aufklärungsschiff dienen. Während der langen Zeit wurde es mehrmals renoviert und umgebaut. Es wechselte seinen Namen von MS Minerva, auf Saga Pearl. Als Explorer II fuhr es zu Studienkreuzfahrten in die Antarktis. Zwischen 2005 und 2008 fuhr es als MS Alexander von Humboldt für Phoenix Reisen.

Mit einer Länge von 133 Metern und einer Breite von 20 Metern gehört es zu den mittelgroßen Kreuzfahrtschiffen. Die Reisegeschwindigkeit beträgt 13 – 14 Knoten. Es hat 6 Decks für ca. 380 Gäste und rund 240 Besatzungsmitglieder. Das Expeditionsschiff hat einen Tiefgang von nur 6,75 Metern, was ihm auch die Befahrung von Flüssen ermöglicht. Das besondere Highlight sind die mitgeführten roten Zodiacs, die unterwegs eine Anlandung auch in kleinen Dörfern oder der freien Natur ermöglichen.

MS Alexander von Humboldt

Die Reiseroute über den Amazonas

Die Reiseroute „Einzigartiges Amazonien“ führte innerhalb von zwei Wochen von der Amazonasmetropole Manaus, Brasilien den Fluss hinauf über den

  • Rio Solimoes und Codajas,
  • Sao Antonia do Ica, Amazonas
  • Rio Maranon,
  • bis Iquitos, Peru.

Iquitos ist das Endziel für alle Kreuzfahrtschiffe, ab hier ist der Fluss nur noch mit kleinen Schiffen befahrbar.

Die Fahrt führte flussabwärts über

  • Leticia / Kolumbien
  • Vendeval / Brasilien
  • Rio Solimoes
  • Rio Juta / Amazonas
  • Rio Badajos / Amazonas
  • Manaus
  • Parintins
  • Curuá-Una
  • Rio Igarapé-Miri
  • Belem zum Amazonasdelta.

Die Landausflüge

Die meisten Landausflüge wie die Fahrten mit den Zodiacs waren bereits im Preis der Reise enthalten. Mit den Schlauchbooten konnten wir kleine Dörfer besuchen und Fahrten über die Seitenarme unternehmen, um die Natur und Tierwelt zu bewundern. Wir erfuhren durch an Bord befindliche Lektoren mehr über die vielen Früchte Brasiliens oder den Sternenhimmel mit dem Kreuz des Südens.

In den Städten konnten zusätzlich Reiseprogramme gebucht werden oder die Stadt auf eigenen Faust erkundet werden. Auf dem Amazonas kannst du nächtliche Touren zu den Krokodilen erleben und den vielen Stimmen des Dschungels lauschen, kleine Wanderungen durch die Wildnis erleben, Piranhas fangen oder die großen Seerosen besuchen, die so stabil sind, dass sie ein kleines Kind tragen können.

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Der Amazonas, ein großes Abenteuer!

Nach einem langen Flug in landest du in Manaus, die Hauptstadt des größten Bundesstaates in Brasilien, Amazonien. Schwülwarme Tropenluft empfängt dich beim Ausstieg aus der Maschine. Es riecht anders als daheim. Dich erwartet hier nicht etwa ein kleines Dorf inmitten des Dschungels. Der Reiseleiter Dennie, das Sonnenscheinchen und seine Kollegen, erwarteten die Gäste bereits am Flughafen, um sie schnell und sicher zum Schiff zu begleiten.

Manaus – die Dschungelmetropole

Manaus ist eine ausgewachsene Großstadt mit 1,7 Millionen Einwohnern, viel Industrie sowie einem großen Seehafen. Waren werden umgeschlagen. Die meisten Seeschiffe können den Amazonas bis Manaus befahren. Hier kreuzen sich viele Flug- und Seerouten. Bekanntestes Wahrzeichen ist das Teatro Amazonas, gebaut während des Kautschukbooms für die reichen Bewohner der Stadt. Die Kuppel glänzt mit vergoldeten Fliesen aus dem Elsaß, der Marmor sowie die gesamte Inneneinrichtung kam aus Europa. Im Film Fitzcarraldo von Werner Herzog war die Oper der große Traum der Hauptfigur Brian Sweeney Fitzgerald, gespielt von Klaus Kinski. In Manaus wurde der Traum wahr. Die Oper kann besichtigt werden. Bei unserem Aufenthalt war sie gerade wegen einer Veranstaltung geschlossen.

Theatro Amazon, Manaus

Bildquelle: Pixabay simonegmarline

Sandbänke und Schlickrutscher

Oberhalb von Manaus wird der Fluss, der jetzt Solimoes heißt, immer schmaler. Zu beiden Seiten ist dichter, undurchdringlicher Urwald. Papageien kreischen. Man sieht nur ab und zu ein größeres Boot. Einheimische fahren in kleinen Kanus an unserem Schiff vorbei. Die vielen mit geschwemmten Sedimente lagern sich auf dem Flussboden ab.

Einmal während des Abendessens fahren wir auf eine Sandbank auf. Was für ein Schrecken! Wie lange müssten wir hier sitzen, bis uns jemand abholt? Immerhin Essen wäre genug da! „So ein Schlickrutscher“, ruft mein Tischnachbar. Zum Glück ist das Schiff nach wenigen Minuten wieder frei.

Iquitos, Peru

Für die meisten Schiffe ist hier Endstation. Iquitos ist nur auf dem Fluss oder mit dem Flugzeug erreichbar. In der Stadt finden sich stattliche Gebäude aus der Zeit der Kautschukbarone sowie das Casa de Hierro, ein Eisenhaus entworfen von Gustave Eiffel, dem Erbauer des Eiffelturmes. Auf dem örtlichen Markt findest du Produkte des Urwaldes, manchmal ein bisschen gruselig wirkend, getrocknet oder in Gläsern.

Im Stadtteil Belén wohnen die Menschen in Pfahlbauten und Hausbooten. Teile des Films Fitzcarraldo wurden in der Stadt und in der Umgebung gefilmt. Die Figur des Fitzcarald gab es in der Geschichte wirklich. Sie ließ ein Boot von zwangsverpflichteten Einheimischen über einen Berg im Dschungel ziehen. Bei dieser Aktion waren viele Opfer zu beklagen.

Wir schauen uns etwas friedlicher das Museum der indigenen Völker Amazoniens an. Auf zwei Etagen werden Artefakte aus dem Leben, der Jagd und der Tierwelt der Dschungelbewohner gezeigt. Hier sehen wir auch, wie die Amazonasdelfine aussehen sollten. Im Fluss haben wir sie bisher leider nicht erblickt.

Leticia, Kolumbien

Die kolumbianischen Behörden kontrollieren uns sehr gründlich, bis wir den ersehnten Landgang genehmigt bekommen. Wir spazieren durch ein kleines Städtchen mit vielen Geschäften, einem großen Markt. Auch Leticia ist während der Kautschukzeit entstanden. Die Bewohner leben heute von Fischfang, der Holzfällerei und vom Tourismus. In der Nähe fließt der Río Putumayo, der seinen Namen einem Weltmusik-Plattenlabel diente.

Encontro das Aguas (Meeting of the Waters)

Hinter Manaus mündet der tiefdunkle Schwarzwasserfluss Rio Negro in den milchkaffeebraunen Weißwasserfluss Rio Solomoes. Rund sechs Kilometer fließen die beiden Flüsse nebeneinander her. Du kannst die Farben gut erkennen. Dann vermischen sie sich zu einem Strom. Der Name Encontro das Aguas bedeutet „Begegnung der Wasser“. Mit diesem Naturschauspiel beginnt der eigentliche Amazonas.

Parintins

Brasilien und Karneval gehören einfach zusammen. Neben Rio de Janeiro und Salvado da Bahia ist auch der Karneval von Parintins einzigartig. Die Amazonasstadt auf der Insel Tupinambarana teilt sich in zwei Blöcke, den Blauen (Boi Caprichoso) und den Roten (Boi Garantido). Hier dreht sich alles um den Ochsen. Die Zugehörigkeit ist bereits an den Farben der Häuser erkennbar. Im Bumbódromo, dem Sambadrom der Stadt, kämpfen die beiden Parteien mit farbenfrohen Kostümen, eigens entworfener Musik und Tänzen um den Titel.

Während der restlichen Jahreszeit freuen sich die Tänzerinnen und Darsteller auf zahlende Gäste, denen sie ihre farbenfrohen Darbietungen gegen ein kleines Entgelt zeigen können. Damit du in der Hitze nicht laufen musst, wirst du in Rikschas zum Ort des Geschehens transportiert. Leckere Caipirinha in brasilianischer Qualität (sie sind viel stärker als bei uns) heben die Stimmung!

Parintins Tänzerin

Breveskanäle

Die Landschaft wird immer beeindruckender. Bei dem Städtchen Breves teilt sich der Fluss in ein Labyrinth aus kleinen Kanälen. Wir können die Menschen in ihren Pfahlhütten beobachten. Das gesamte Leben dreht sich hier um den Fluss.

Häuser am fluss

Belém

Für die Gäste, die nicht ihre Heimreise über den Atlantik mit dem Schiff machen, endet hier die Reise mit dem Flug nach Deutschland. In der Hauptstadt des Bundesstaates Pará leben rund 1,6 Millionen Einwohner. Wir schauen uns den Ver-o-Peso, den Fisch- und Gemüsemarkt an. Auf den Marktständen werden gewaltige Fische in allen Farben und Größen aus dem Amazonas angeboten. Den größten von ihnen, den Riesenamazonaswels, den Arapaima, durften wir an einem Tag beim Buffet auf dem Oberdeck probieren. Er kann bis zu 2,30 Meter lang und rund 130 Kilogramm schwer werden.

Das Amazonasdelta

An seiner Mündung, dem Amazonasdelta schwemmt der Fluss viele Kilometer weit Sedimente aus den Anden in den Atlantik. Wenn du das Glück hast bei dem Flug am Fenster zu sitzen, kannst du das Naturschauspiel aus der Luft betrachten. Wir haben am späten Abend noch lange an Deck gestanden und uns die frische Luft um die Nase wehen lassen.

Fazit: Die Reise unseres Lebens!

Mit dieser Reise haben wir uns einen Reisetraum erfüllt. Auf der MS Alexander von Humboldt hatten wir eine hervorragende Rundumbetreuung und fühlten uns wie in einer großen Familie. „Willkommen zu Hause“ ist nicht nur ein Slogan, sondern der nette und gelebte Willkommensgruß nach jedem Ausflug.

Die Küche war hervorragend. Der Service liebevoll. Beeindruckt hat mich auch ein 90-jähriger Gast, der mit seiner Enkelin reiste. Er war gehbehindert und nutzte einen Rollstuhl. Während wir bei der ersten Besteigung des Zodiacs noch zögerten, hat er sofort an den Ausflügen teilgenommen. Wir waren ein bisschen Bange davor ins trübe Wasser zu fallen und eine lebendige Begegnung mit den Piranhas zu machen. Du wirst aber von zwei kräftigen Männern in das Boot gehoben und solltest dich dann am Rand festhalten.

Wie du günstiger an eine Kreuzfahrt kommst!

Glückskabine hieß das Zauberwort, das uns eine preisgünstige Kabine auf dem Flusskreuzfahrtschiff versprach. Bei der Glückskabine buchst du eine Kabinenkategorie z.B. Innen- oder Außenkabine mit oder ohne Balkon. Welche Kabine es sein wird, erfährst du erst später. Der gebuchte Mindeststandard wird immer eingehalten. Wenn du Glück hast, erhältst du eine bessere Kategorie. Wichtig: Du musst Glückskabinen so früh wie möglich buchen. Sie sind rar. Bei manchen Veranstaltern kann das zwei Jahre im Voraus sein.

Ermäßigungen für Geburtstage und andere Jubilare. Phoenix Reisen bietet auf einzelnen Reisen auch hohe Ermäßigungen bei runden Geburtstagen, silberner und goldener Hochzeit sowie Frühbucherrabatte. Das kann durchaus eine Ersparnis von bis zu 1000 Euro ausmachen!

Tipps für die Reisevorbereitung zu Impfungen und Mückenschutz findest du unter: Was tun gegen Stechmücken und Moskitos?

Weitere Artikel zum Amazonas findest du bei der Blogparade von Planetenreiter.

2 Kommentare

  1. Reisefieber sagt

    Hallo Peter,
    eine spannende Reise hast du gemacht! Ich habe mich nicht getraut, mit einfachen Booten zu fahren. Kabine ginge vielleicht, auf einer Hängematte kann ich nicht schlafen. In Manaus waren wir zwei Mal im Leben, einmal mit dem Schiff und dann bei einer zweiten Reise in einem Dschungelhotel.
    Liebe Grüße
    Renate

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