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Zu alt für den Mist – kennst du schon die Murtaugh-Liste?

Zu alt für den Mist.

Jugendwahn hin oder her, für manches fühle ich mich echt zu alt. Ich brauche keinen Adrenalinkick in Form von Bungee Jumping, muss nicht mehr alles mitmachen. Nach der Bucket List, die wohl fast jede/r von uns angelegt hat, kommt nun die Murgtaugh-Liste – ich bin zu alt für den Kram!

Hilfe, ich bin zu alt!

Nein, ich werde nicht Jammern oder dir von Krankheiten berichten, die im Alter so manchem von uns quälen. Es geht um etwas ganz anderes, nämlich das Gegenteil der Bucket List. Klar bringt jede Altersstufe Veränderungen mit sich. Das sind nicht nur körperliche Wehwehchen, sondern auch die Änderung deiner Interessen. So manches ist dir einfach nicht mehr so wichtig.

Du willst und brauchst sie nicht mehr zu machen. Vielleicht wolltest du früher immer aus dem Hubschrauber springen, Gleitschirm fliegen oder dich waghalsig mit Bungee Jumping von der Brücke stürzen? Glaube mir, um wirklich Lebensfreude zu haben, ist so manches nicht mehr so spannend! Wie komme ich überhaupt auf das Thema?

Was ist eine Murtaugh-Liste?

Im Netz darauf aufmerksam geworden bin ich durch Sabines Beitrag auf dem Blog Ferngeweht. Ich habe mich gekringelt vor Lachen, gerade weil ich mich so ertappt gefühlt habe. Wer hätte gedacht, dass wir eine so große Übereinstimmung haben. Die witzige Idee ging von Thomas Jansen aus, der mit „Zu alt für diesen Kram“ auf Reisen-Fotografie den Anstoß gegeben hat.

Die Murtaugh-Liste geht jedenfalls auf eine Episode in der 4. Staffel von „How I Met Your Mother“ zurück. In der Folge ist Ted so wütend über einen Rausschmiss von Barney, dass er „ein Gebäude in Klopapier einwickeln“ auf die Murtaugh-Liste setzen will. Dabei denkt er an den Polizisten Murtaugh aus Lethal Weapon, der immer „Ich bin zu alt für diesen Scheiß!“ sagt. Und schon ward die Murtaugh-Liste geboren.

Für den Mist bin ich echt zu alt!

Hier ist sie also meine „ich bin zu alt – Liste“, wobei es ist ja nichts in Stein gemeißelt und sollte mit ein bisschen Ironie gesehen werden.

Nr. 1 Zelten

Die wenigen Male, bei denen ich gezeltet habe, waren Festivals in meiner Jugend. Ich war jung und hatte kein Geld (für das Hotel). Manche finden ja zelten romantisch. Bei mir hat es jedes Mal in Strömen geschüttet. Ein Mal war ich mit meiner Freundin Ute auf dem Open Ohr-Festival in Mainz. Wir bekamen mit unserem Minipackzelt nur noch einen Platz auf einem Weg.

Das Zelt war so winzig, dass wir die Schuhe vor die Tür stellen mussten. Bald tropfte es hinein und wir hörten die ganze Nacht nur Schritte „wutsch, wutsch, wutsch“. Das Zelt war sehr niedrig und man musste herauskriechen. Bald waren wir schlammig von oben bis unten.

Zu alt zum Zelten.

Zu alt zum Zelten.

Nr. 2 Auf dem Boden einer Turnhalle schlafen

Kein Zelt, dieses Mal Folk Festival in Ingelheim. Wir schliefen auf dem Boden der Turnhalle, ohne Matte. Schon damals war das nichts für meinen Rücken. Am nächsten Tag war ich so gerädert und mir tat jeder Knochen weh. So ein bequemes Bett ist schon etwas Tolles!

Nr. 3 Mit dem Doppeldeckerbus über Nacht fahren

Wir fuhren mit einem Bus über Nacht die ganze Strecke bis an die Costa Brava. An Schlaf war nicht zu denken. Die Sitze waren viel zu eng und wir eingeklemmt. Hinter uns war eine Reihe mit einem Tisch und die Gruppe kloppte die ganze Nacht Skat. Dazu dudelte der Fernseher lautstark, vielleicht damit die Fahrer nicht einschlafen.

Nr. 4 Flüge mit mehreren Stopps

Wir versuchen nicht mehr auf Teufel komm raus, den billigsten Flug zu ergattern. Umsteigen raubt viel Zeit und ist mit Stress verbunden. Wir versuchen einen bequemen, schnellen Flug zu einem vernünftigen Preis zu buchen. Ich bin groß und kann im Flieger nicht recht schlafen! Da will ich halbwegs fit am Ziel ankommen.

Nr. 5 Zigaretten oder Drogen ausprobieren

Ich rauche nicht einmal und habe auch nie probiert. Hat mich nie interessiert, brauchte ich auch nicht, um angeblich cool zu wirken. Zigaretten stinken, sorry. Da liegt das Thema Drogen für mich in noch weiterer Ferne. Wobei ich liebe Schokolade!

Nr. 6 Party machen und saufen

Doch doch ich bin gerne fröhlich und feiere auch. Ich muss mich bloß dafür nicht alkoholtechnisch aufwärmen. Auch ohne Promille bin ich anders als andere und kann lustig sein. Naja und von einer durchfeierten Nacht habe ich die ganze Woche noch etwas von. Da macht sich das Alter schon ein wenig bemerkbar. Im Sommer mag ich Bier und im Winter guten Wein aber in Maßen.

Nr. 7 Techno oder Schlagermucke

Für Techno bin ich definitiv zu alt. Das ist für mich keine Musik. Ballermann-Hits und Après-Ski Musik bringen mich zur Verzweiflung. Wenn du mich mit Schmerz verzehrtem Gesicht und beim Zuhalten der Ohren siehst, weißt du warum. Ich werde dir kein „Ich war noch niemals in New York“ vorsingen!

Ich habe meinen eigenen DJ zu Hause, wir waren dieses Jahr auf alte Männer-Tour: Dylan, BAP, Santana, Stones. Wir lieben Cayamo, die Outlaw Cruise, Blues, Folk, Weltmusik, Cajun, Amerikana, Rock und mehr. Für gute Musik und Festivals sind wir nie zu alt. Deshalb lieben wir ja Städte wie z. B. New Orleans.

Nr. 8 Adrenalin-Kicks

Noch nie wollte ich Gleitschirmfliegen, Bungee Jumping, Fallschirmspringen oder sonst etwas probieren. Ich hab Rücken! Im IMAX wird mir immer übel und bei der letzten Achterbahnfahrt tat mir hinter her auch noch der Nacken weh. Selbst auf der Kirmes schaue ich meist nur und esse was. Mein Leben ist aufregend genug!

Fallschimrsprung

Nope!

Nr. 9 Mein Haus, mein Auto, meine Jacht, mein Pferd

Wenn Geld über bleibt, geht das meist ins Reisen. Dafür hat mich noch nie ein Euro gereut! Ich kann mir keine Statussymbole leisten und brauche die auch nicht. Aber die Welt will ich sehen, die Städte, Landschaften, Menschen, Kultur, das Essen. So lange es irgendwie noch geht! Und nein, Reisen sollte kein Konkurrenzkampf sein. Und zack fällt mir die Zeile aus dem Todd Snider Song „Enjoy Yourself“ ein.

Zitat Todd Snider: Enjoy yourself, it’s later than you think…
Next year, for sure, you’ll see the world. You’ll really get around
But how far can you travel when You’re six feet underground
(Der Song wurde bereits 1948 herausgegeben. Die Musik ist von Carl Sigman, Lyrics von Herb Magidson.)

Nr. 10 Teure Klamotten, Taschen oder Schuhe

Unsinnige Geldausgabe, ich muss niemanden mehr beeindrucken. Das Geld brauche ich für etwas anderes, siehe Nr. 9.

Nr. 11 Im Urlaub alles mit daheim vergleichen

Wer alles wie bei sich daheim haben will, sollte nicht verreisen. Ich will unterwegs sehen, wie andere leben, wie sie ticken.  Was ist anders? Was ist ähnlich? Vielleicht kann ich davon etwas für mich mitnehmen. Ich brauche kein deutsches Brot am Morgen und kein Schnitzel. Dafür teste ich gerne einheimische Küche. Ok, manches esse ich nur einmal z. B. Austern oder Sushi. Roh ist nichts für mich!

Fazit:

Ganz langsam gehe ich auf die Sechzig zu und ich hoffe, noch lange fit zu bleiben. Es sind ja viele Ältere unterwegs, oft noch mit weit über achtzig oder neunzig. Finde ich klasse! Gesundheit ist ein wichtiges Gut! Das Reisen wird sich vielleicht verändern und ich weiß nicht, wie lange ich noch Langstreckenflüge machen will oder die Hitze vertrage.

Weitere Murtaugh-Listen

Neben den o.g. Beiträgen von Thomas und Sabine gibt es noch weitere spannende Listen von:

Für was fühlst du dich zu alt? Ich bin neugierig und freue mich auf deine Anwort!

 

19 Kommentare

  1. Lustig, wie die Liste ihre Kreise zieht. Zelten scheint allgemein mit steigendem Alter nicht mehr beliebt zu sein.

    Danke für die Verlinkung!

    Liebe Grüße
    Ines

    • Reisefieber sagt

      Liebe Ines,

      ja, die Aktion macht richtig Spaß! Es ist interessant, was jede/r so schreibt und wie viel Übereinstimmung oft besteht. Die Knochen sind am Zelten nicht mehr so erfreut. ;-)

      Liebe Grüße
      Renate

  2. Hallo Renate,

    Man kann es auch anders sagen: Altwerden ist nichts für Feiglinge. Ich kenne da einen Spruch, der besagt, der Mensch über 40, der früh aufwacht ohne Schmerzen, kann nur noch Tod sein. Klingt makaber, beinhaltet aber viel Wahres.

    Auf „Lethal Weapon“ setze ich noch einen drauf mit „Das Beste kommt zum Schluss“. In dem Film mit Jack Nicholson und Morgan Freeman arbeiten die beiden todgeweihten eine „Löffelliste“ ab. Ich habe herzlichst gelacht. Ich bin zwar nicht dem Tode geweiht, arbeite aber an meiner eigenen Löffelliste. Denn theoretisch habe ich die schönsten Jahre hinter mir. Aber eben nur theoretisch. Mein erster Punkt auf der Liste: Durch Sport und Bewegung fit und gesund bleiben.

    Viele Grüße aus Dresden

    • Reisefieber sagt

      Lieber Peter,

      ja, ja das Gefühl kenne ich zu gut! Es gibt auch den schönen Spruch „Alt werden will keiner, früh sterben aber auch nicht.“ Den Film „Das Beste kommt zum Schluss“ habe ich zwei Mal gesehen. Ich finde ihn klasse. Spätestens seit dem zu frühen Tod zweier Kollegen versuche ich meine Wünsche weitgehend zu erfüllen. Deshalb reisen wir so viel und gerne und verzichten lieber auf andere Dinge.
      Das mit dem Sport muss ich mehr angehen.

      Viele Grüße aus Boppard
      Renate

  3. Hallo Renate,

    eine schöne Liste, die ich 1:1 unterschreiben würde. Das einzige, was ich davon altersunabhängig noch nie mochte, waren Busfahrten. Das liegt aber daran, dass ich ein ganz miserabler Beifahrer bin. Ich würde Bus fahren, auch weite Strecken, wenn ich am Steuer säße.

    LG Thomas

    • Reisefieber sagt

      Lieber Thomas,

      wenn du den Bus fährst, komme ich gerne mit! Ich muss immer selbst fahren und fahre nicht so gerne Auto. Da steige ich notgedrungen auch auf Bus und Bahn um. Da darf auch ich mal gemütlich aus dem Fenster schauen.

      Viele Grüße
      Renate

  4. Witzig! Ich stelle fest, dass auf den meisten Murtaugh-Listen der Punkt „Schlafen“ ganz oben an steht! Die wenigsten wollen in einem Zelt oder Massenlager übernachten. Wobei ich ein Zelt immer wieder vorziehen würde. (Wenn es nicht regnet)
    Adrenalinkicks habe ich nie gebraucht. Und nachdem ich zwei Jungs großgezogen habe, sowieso nicht mehr.
    Danke für die Verlinkung! Ich werde deinen Link auch gleich bei mir einfügen.
    LG
    Sabienes

    • Reisefieber sagt

      Hallo Sabienes,

      ich bin ein wandelndes Murmeltier und komme so gar nicht aus dem Bett. Abends nicht hinein und morgens nicht raus. Angeblich soll man im Alter weniger Schlaf brauchen. Da warte ich schon ewig drauf. Bisher ohne Erfolg!

      Bei zwei Jungs hattest du sicher genug Action.

      Liebe Grüße
      Renate

  5. Liebe Renate,
    gerade habe ich Dich unter Deinem Kommentar unter meiner Murtaugh-Liste gebeten, Dich zu melden, wenn Deine Liste fertig ist, und voilà: Da ist sie schon. Beim Thema Doppeldecker-Bus fällt mir eine Episode ein, als ich 18 oder 19 gewesen sein muss: Ich bin mit einer Freundin in einem Reisebus von Hannover nach Paris gefahren. An Bord war auch ein Kegelclub. An sich muss man jetzt gar nichts weiter sagen, denn der Grad der Klischee-Erfüllung betrug 100 %. Mache ich aber trotzdem, denn ich habe in diesem zarten Alter gesehen, dass sich Leute nach einem kurzen Schlaf im Bus morgens um fünf auf nüchternen Magen aus der Bordbar Schlüpferstürmer haben geben lassen. Ich spare mir die Beschreibung, wie die Fahrt weiterging… Nie mehr Städtetrips mit einem Busunternehmen!
    Liebe Grüße
    Ina

    • Reisefieber sagt

      Liebe Ina,

      Kegelclubs fielen schon in meiner zarten Kindheit an zwei Wochenenden zum Weinfest in meiner Heimatstadt ein. Ich bin aus Boppard am Rhein. Was da so alles abging, will man nicht beschreiben. Ob Männlein oder Weiblein tut sich nix. Die kamen meist freitags schon betrunken mit dem Zug an. Leere Flaschen rollten durch das Abteil.

      Liebe Grüße
      Renate

  6. Das ist ja eine lustige Listen-Idee! Ein paar Sachen fallen mir auch auf Anhieb ein. Achterbahnfahrten zum Beispiel.
    Liebe Grüße
    Angela

    • Reisefieber sagt

      Liebe Angela,

      ja, da bin ich auch ein komplettes Weichei! Achterbahn ist nichts für mich.

      Viele Grüße
      Renate

  7. Haha, toller Beitrag! Ich bin zwar „erst“ 29, aber kann vieles bereits unterschreiben. ;)
    Zelten mochte ich aber beispielsweise noch nie. Und ich buche prinzipiell – sofern möglich – nur Direktflüge. Mit Schlagermusik kann man mich jagen und Markenkleidung brauchte ich auch noch nie.
    Liebe Grüße
    Julie von julie-en-voyage.com

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